1. Umfrage: Kneissl spaltet das Land

Hochzeit schadet FPÖ & Ministerin

1. Umfrage: Kneissl spaltet das Land

Der „schönste Tag“ der Karin Kneissl bewegt weiterhin die Politik. Immerhin hat die Hochzeit der Außenministerin mindestens fünf Aufreger produziert:

War es eine »private Visite« oder ein Arbeitstreffen?

Während Kneissls „Stargast“ Wladimir Putin sagt, er sei „rein privat“ in die Steiermark gekommen, erklärte ihr Ministerium den Auftritt des russischen Präsidenten zum „Arbeitsbesuch“. Die Frage, ob Putin die Hochzeit vergangenen Samstag nun privat oder beruflich besucht hatte, ist freilich eine, die auch über die Kosten entscheidet:

Unzählige Polizeibeamte wurden am 18. August in der Südsteiermark abgestellt, um den Kreml-Chef zu beschützen. Die Opposition fragt derzeit per parlamentarischer Anfrage, wie viel das den Steuerzahler gekostet habe. Bis zu 250.000 Euro für 90 Minuten Putin, schätzen Experten.

SP-Klubchef Andreas Schieder nennt die Hochzeit in ÖSTERREICH jedenfalls „überinszeniert und einen Reputationsschaden“ für die Republik. Besonders der „Knicks“ nach Kneissls Tänzchen mit Putin ging schließlich um die Welt.

Hochzeitsauto mit Hundefutter-Werbung Geschenk?

Weltberühmt wurde aber auch der VW-Käfer, der Kneissl und ihrem Mann Wolfgang Meilinger von ­Alois Köhrer geschenkt wurde und auf dem sich Putin samt Herz verewigte. Immerhin prangte am Auto auch Hundefutterwerbung.

Das Kneissl-Ministerium ließ ausrichten, dass die von der FPÖ nominierte Ministerin das Auto nun spenden werde. An der Werbung für ihren Freund Köhrer auf der Hochzeit ändert das freilich wenig.

Dirndl. Über solche kann sich auch die bekannte Trachtenunternehmerin Gexi Tostmann – selbst die New York Times berichtete über Kneissls Dirndl – freuen. Kneissl ließ vor ihrer Vermählung offiziell verkünden, dass sie ein Dirndl von Tostmann tragen würde.

Ringe. Aber auch die Goldschmiede der Eheringe für das Ehepaar Kneissl dürfen frohlocken: Sie stellten auf ihre Facebook-Seite ein Foto von Kneissl, Meilinger und sich mit den Ringen. Auch das wird die Popularität der südsteirischen Juweliere steigern.

Gasthaus. Die Location der Hochzeitsparty nahe Gamlitz durfte sich mit offizieller Erlaubnis Kneissls ebenfalls promoten. Die Bilder wurden von Berlin bis New York gebracht.

Kneissls Ehemann - Finanzen, Lobbyist und Wasserstoff

Bis 2008 konnte sich Wolfgang Meilinger über gute Geschäfte freuen. Bis zu sechs Millionen Euro Jahresumsatz fuhr der Finanzberater damals mit seiner Firma ein. Damals soll er auch Verbindungen zum umstrittenen deutschen Finanzunternehmer Carsten Mashmeyer gehabt haben. 2008 verließ den heutigen Ehemann von Kneissl das berufliche Glück: Die Finanzmarktaufsicht entzog ihm die Konzession und seine neue Firma Pronovis schaffte es auch nicht, die benötigten Geldgeber aufzustellen.

Dabei stellte sich Karin Kneissl damals als „bekannte Energieanalystin“ quasi als Werbeträgerin für seine Projektveranstaltungen zur Verfügung.

Der 55-jährige Steirer ­versucht seither weiter im Energie- und Ökologiebereich Fuß zu fassen. Konkretes will er nicht erzählen. „Geschäfte im Ausland“, sagt er nur. Und diese haben mit Wasserstoff zu tun. Meilinger dürfte, zeigen ÖSTERREICH-Recherchen, auch zwei heimischen Ministern in den vergangenen Monaten seine Projekte präsentiert haben. FPÖ-Infrastrukturminister Norbert Hofer setzt neuerdings übrigens auf Wasserstoffautos.

Die Hochzeit schadet FPÖ und Kneissl

ÖSTERREICH hat die 1. Umfrage nach der Kneissl-Hochzeit: Für die FPÖ und die Außenministerin fällt die Sache eher durchwachsen aus. Hier die Details der Umfrage, die das Research-Affairs-Institut (1.001 Online-Interviews vom 16. bis 22. August 2018, max. Schwankungsbreite 3,2 %) für ÖSTERREICH erhoben hat.

  • Hochzeit spaltet. Auf die Frage: „Ist es für Österreichs internationales Ansehen gut oder schlecht, wenn Putin zur Hochzeit der Außenministerin kommt“, antworten insgesamt 33 % „sehr gut“ bzw. „eher gut“; 31 % „sehr schlecht“ bzw. eher schlecht. Ausschlaggebend für das leicht positive Ergebnis ist fast ausschließlich die starke Zustimmung der FPÖ-Wähler (54 % gut). Auf der anderen Seite bewerten aber 51 % der SPÖ-Wähler den Putin-Besuch als schlecht für das Ansehen des Landes.

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  • Kneissl verliert. Im ÖSTERREICH-Polit-Barometer verliert Kneissl hingegen. Der Saldo aus „ist positiv bzw. negativ aufgefallen“ sinkt von 11 auf 9 % (minus zwei Prozentpunkte). Allerdings: Auch hier gibt es eine steigende Polarisierung. Kneissl gewinnt zwar zur Vorwoche an Zustimmung – zuletzt hatten sie 31 % positiv bewertet, diesmal 35 %. Aber man sieht sie auch zunehmend negativ: 20 % Minus-Stimmen hatte sie letzte Woche, jetzt sind es 26 %.

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  • FPÖ verliert. Das tut auch der FPÖ nicht gut. Vor zwei Wochen hatte die Strache-Partei 24 %, diesmal sind es 23 %, also ein Minus von einem Prozentpunkt. Kleiner Trost für Strache und Co.: Die SPÖ leidet ebenfalls, und zwar unter dem internen Richtungsstreit. Die Kern-Partei verliert auch einen Prozentpunkt: 26 %.

Unbenannt-4.jpg © TZOe

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