Regierung sperrt Ungeimpfte aus

2G: Kampf gegen Lockdown

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Die 2G-Regel gilt ab Montag in ganz Österreich. Kann sie einen Lockdown verhindern?

Wien. Es kommt knüppeldick für Ungeimpfte! Einig wie selten zuvor beschloss die Regierung am Freitagabend mit den Landeshauptleuten: Ab 8. November gilt 2G im Freizeitbereich in ganz Österreich.
Ab Montag dürfen nur noch Geimpfte und Genesene (2G) in Gasthäuser, in Theater, zum Friseur oder ins Fitnessstudio. Auch Kino, Fußballspiele und Konzerte sind tabu für Ungeimpfte. Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) sagte: „Die Lage ist ernst. Wir müssen die Zügel für Ungeimpfte straffer ziehen.“

Rekord an Infektionen. Aktuell sind die Corona-Zahlen so hoch wie nie zuvor (siehe Seite 6). Die ersten Experten zweifeln, ob 2G überhaupt reichen wird.

Lockdown in Salzburg & Oberösterreich?

Experte prescht vor. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner schockierte direkt nach dem 2G-Gipfel mit folgender Aussage in der Zeit im Bild: „Wenn man die Infektionszahlen rasch nach unten bringen möchte, um die Wintersaison in einem Monat zu retten, könnte ein genereller, regionaler Lockdown die einzige Möglichkeit sein.“ Besonders in den Corona-Seuchenherden Oberösterreich und Salzburg mit 7-Tage-Inzidenzen rund um 800 will Gartlehner ­einen Lockdown „nicht mehr ausschließen“.

Regierung will Lockdown "für alle" verhindern

Verschärfung. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) ließ mit der Aussage aufhorchen: „Jeder Desinfektionsspender ist ein Ort der Nächstenliebe.“ Einen allgemeinen Lockdown wollen weder er noch Schallenberg. Die 2G-Regel sowie die Einführung der FFP2-Maskenpflicht im gesamten Handel, Öffis und Museen sowie Bibliotheken soll laut ihnen reichen.

Wintersaison. Die Landeshauptleute hoffen, mit den strengen Maßnahmen die Wintersaison retten zu können. Sie schielen auf deutsche Touristen, die nur bei entspannter Covid-Lage in Österreich urlauben.

Gastro dafür. Aus Angst vor einem erneuten Komplett-Lockdown sind viele Star-Gastronomen für die Verschärfung (siehe rechts). „2G ist die einzige Variante. Alles andere funktioniert doch nicht“, sagt Toni Mörwald.

Impfturbo. Der Gesundheitsminister hofft, dass die neue Hammerhart-Politik zu vielen Erst-Impfungen führt. Wer sich jetzt erst­impfen lässt, kommt mit PCR-Tests sofort überall hinein. Der Ansturm darauf ist: mega.

Matthias Winkler: "Ist einzige Alternative zum Lockdown"

Der Chef der Sacher-Hotelgruppe rechnet damit, dass 10 % der Gäste wegfallen.

Geht nicht anders: „Dass wir jetzt für eine gewisse Zeit die 2G-Regel haben, ist nichts, was man sich gewünscht hätte – aber es muss sein. Es ist die einzige Alternative zum Lockdown für alle, den wir vermeiden wollen. Es wird Auswirkungen aufs Geschäft haben, grob geschätzt sind rund 10 % unserer Gäste nicht geimpft, die fallen dann weg. Aber ein Lockdown wäre viel schlimmer.“

Attila Dogudan: "Alles tun für höhere Impfquote"

Der Do&Co-Chef hält 2G für richtig & höchste Zeit: „Nächste Stufe wäre Zusperren.“

Alternativlos: „Angesichts der explodierenden Zahlen ist Gefahr im Verzug. Wir haben in Österreich eine zu geringe Impfquote. Sie muss über 80 % liegen, damit es wirkt. Dafür müssen wir alles tun, es ist ein Wettlauf mit der Zeit. 2G ist für uns kein Problem. Vielleicht kommen auch wieder limitierte Sitzplätze. Mit 2G und Abstand zwischen den Tischen sind Restaurants sichere Plätze. Wenn die Gäste stehen, ist es schwieriger.“

Toni Mörwald: "2G ist das Einzige, das funktioniert"

Spitzen-Gastronom Toni Mörwald, tätig in Wien und NÖ, hat eine klare Meinung.

Einzige Variante: „2G, der Eintritt nur für Geimpfte und Genesene, das ist die einzige Variante, die funktioniert. Darüber brauchen wir gar nicht zu diskutieren. Alles andere funktioniert doch nicht. Das haben wir in der Vergangenheit schon gesehen. Wie kommen wir Wirte dazu, wegen einiger Impfunwilliger abermals in eine schlimme Situation zu geraten?“ 

(bra)

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