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Neonazi-
Attentäter: 
Spur führt zu Sellner

Identitären-Chef: Ermittlungen wegen Terror-Verdachts

Justiz ermittelt gegen Sellner wegen Verdacht auf Beteiligung an Terrororganisation.

Auf seiner Waffe stand „Ernst Rüdiger von Starhemberg“. 2018 reiste er durch Österreich. Und in ebendiesem Jahr spendete der australische Neonazi-Terrorist auch 1.500 Euro an die österreichischen Identitären. Die Rede ist vom Massenmörder von Christchurch, Brenton Tarrant, dessen Spuren nach Österreich jetzt auch den Sprecher der hiesigen Identitären, Martin Sellner, unter Druck bringen.

Am Montagabend fand in der Wohnung des Rechtsex­tremen in Wien eine Hausdurchsuchung statt. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigt, dass sie wegen des „Verdachts auf Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung“ gegen Sellner ermittle. Tarrant, der in Neuseeland 50 Menschen in zwei Moscheen getötet hatte, erhielt nach seiner Spende eine Dankes-E-Mail von Sellner.

Dieser rechtfertigt sich damit, dass dies „automatisierte Dankes-E-Mails“ seien. Trotzdem meldete er auch nach dem Terrorattentat diese für Identitäre ungewöhnlich hohe Spende (so Sellner selbst) nicht den Behörden.

Sellner bedankte sich bei dem Christchurch-Killer

Der Sprecher der Identitären ging am Montagabend jedenfalls mit einem Tweet, in dem er die Razzia selbst öffentlich machte, in die Offensive. Wollte er seine Kameraden via Twitter über mögliche weitere Razzien im Milieu informieren? Die Razzia fand schließlich bislang nur in Sellners Wohnung in Wien, nicht aber im Hauptquartier der Identitären in Graz statt.

 Laut Verfassungsschutz sind die Identitären „einer der führenden Träger des modernen Rechtsextremismus“. Zudem sind sie (siehe Kasten unten) international vernetzt. Die Reisen des Neonazi-Terroristen durch Österreich und andere europäische Länder beschäftigen daher mehrere Geheimdienste. Die Identitären warnen vor „dem großen Austausch“ (Zuwanderung) – worauf sich auch der Christchurch-Attentäter bezogen hatte.

Sellner dementiert jegliche Kontakte zu Tarrant. Der österreichische Rechtsex­treme übt sich zudem in absurden Verschwörungstheorien, wonach der Neonazi-Mörder „Patrioten schaden“ wolle.

Video zum Thema: Neuseeland-Terror: Regierung fordert restlose Aufklärung
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Identitäre: International vernetzte "moderne Rechtsextremisten"

Sie verzichten auf Springerstiefel und Glatzen und geben sich „moderner“. 
 Die Identitären – ihren Ursprung nahmen sie in Frankreich – sind laut heimischem Verfassungsschutz freilich führende „moderne Rechtsextremisten“, die international vernetzt agieren. Diese „neue Rechte“ propagiert „den Kampf gegen den großen Austausch“, sprich Zuwanderung. Das absurde Pamphlet des Christchurch-Attentäters berief sich auf ebendiese Ideologie.

Politwirbel: Opposition attackiert Kickl wegen Neonazi-Gefahr

Die Opposition fordert von FPÖ-Innenminister Herbert Kickl dringend Aufklärung über „gefähr­lichen Rechtsextremismus in Österreich“. Sie wirft Kickl vor, dass er diesem „kaum Beachtung“ schenke. Kanzler Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Strache forderten gestern „volle Aufklärung“ über allfällige Verbindungen des Christchurch-Attentäters zu Österreich. FPÖler, darunter Strache und Kickl selbst, traten in der Vergangenheit übrigens gelegentlich mit Identitären auf.

Isabelle Daniel

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