FPÖ-Altgrande vermutet Schüssel im Hintergrund

Regierungs-Aus

FPÖ-Altgrande vermutet Schüssel im Hintergrund

Ehemaliger Staatssekretär vermutet, dass Altkanzler Schüssel hinter diesem Zug stehen könnte.
Die FPÖ macht sich seit zwei Wochen so ihre Gedanken, wieso ÖVP-Chef Sebastian Kurz die Koalition mit den Freiheitlichen nach der Ibiza-Affäre platzen hat lassen. Holger Bauer, Staatssekretär unter Rot-Blau und langjähriger FPÖ-Abgeordneter, vermutet im Gespräch mit der APA, dass Altkanzler Wolfgang Schüssel hinter diesem Zug stehen könnte.
 
Denn wie er höre, seien Schüssel und Kurz mehr als bloße Parteikollegen. Der erste schwarz-blaue Kanzler sei vielmehr Berater des heutigen ÖVP-Obmanns.
 

Neuerliche Koalition?

Bauer glaubt, dass wie Schüssel 2002 die selbst verschuldete FPÖ-Krise infolge des Knittelfelder Delegiertentreffens genutzt habe, er dies nun auch Kurz nach Ibiza empfohlen habe. Denn die offizielle Erklärung der ÖVP, dass Herbert Kickl als Innenminister nicht gegen sich selbst ermitteln hätte können, hält der ehemalige Staatssekretär für hanebüchen. Vielmehr sei aus Sicht der Volkspartei zu erwarten gewesen, dass Kickl gegen jene ermittle, die der FPÖ mit dem Ibiza-Video schaden wollten. Wer hinter der Falle gegen den mittlerweile zurückgetretenen Vizekanzler Heinz-Christian Strache steckt, wollte Bauer nicht einschätzen.
 
Nicht unmöglich ist für ihn, dass sich nach der Wahl im September ÖVP und Freiheitliche noch einmal zu einer Koalition zusammenfinden, für allzu wahrscheinlich hält er es aber nicht. Denn es bestünden Verletzungen und gegenseitiges Misstrauen.
 
Eine "sehr schwierige Frage" ist für Bauer, ob Strache das von ihm eroberte Mandat im Europaparlament annehmen soll. Denn es lägen ja zu seiner Überraschung mehr als 40.000 Vorzugsstimmen für den abgetretenen FPÖ-Chef am Tisch. Wenn Strache aber nachdenke, wie seine Zukunft in Brüssel ausschauen würde, werde er nolens volens wissen, was er zu tun habe, legt ihm Bauer zumindest indirekt einen Verzicht nahe.
 
Der 76-Jährige, der durchaus als Förderer Straches galt, ist übrigens in der FPÖ nur noch lehrend aktiv. Er hält im freiheitlichen Bildungsinstitut Vorträge zur Entstehung der freiheitlichen Bewegung.

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