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Flüchtlinge verkaufen Dokumente: Jetzt reagiert Kanzler Kurz

Der Kanzler ruft das soziale Netzwerk Facebook dazu auf, entschiedener vorzugehen

Die große Flüchtlingsstrom im Jahr 2015 ist zwar versiegt, dennoch kommen auch weiterhin Tausende Flüchtlinge nach Europa. Viele von ihnen sitzen in der Türkei fest und warten auf ihre Weiterreise nach Österreich, Deutschland oder Schweden. Wie jetzt aufgedeckt wurde, kaufen sich viele Migranten dabei Reisedokumente mit Aufenthaltstitel.

Der illegale Handel findet dabei auf Facebook statt. Wie die „Bild“ berichtet, würden beispielsweise Migranten, die Europa schon wieder verlassen hätten, im Netz ihre Dokumente anbieten. Angeboten werden diese in geschlossenen Facebook-Gruppen auf Arabisch.

700 Euro

Die „Bild“ dokumentiert einen dieser Fälle. Marek A. postet in die Gruppe ein Foto seines Ausweises: „Zum Verkauf steht ein deutscher Pass mit Aufenthaltstitel und Gesundheitskarte (AOK). Preis: 700 Euro.“  Innerhalb weniger Tage melden sich darauf gleich mehrere Interessenten.

Das Problem des illegalen Ausweis-Handels ist dabei durchaus bekannt. Wird bei der Dokumentprüfung eine Manipulation festgestellt, dann hat dies natürlich auch Konsequenzen. 
 

Kurz: Vorwürfe müssen untersucht werden

Kurz äußerte sich im Interview mit der "Bild" zu den Berichten: "Diese Vorwürfe müssen umgehend untersucht werden. Wenn sie sich bewahrheiten sollten, dann ist Facebook in der Pflicht, gegen illegalen Dokumentenhandel vorzugehen. Unser Ziel muss es sein, Schlepper gerade auch auf sozialen Medien zu bekämpfen und ihr Geschäftsmodell zu zerschlagen."
 
Dass Schlepper auch im Internet aktiv sind, ist kein neues Phänomen. Vor allem deutsche Pässe sind beliebt, insbesondere in Griechenland floriert der Dokumentenhandel. Laut einer Analyse der deutschen Polizei erhöhte sich die Zahl der festgestellten illegalen Einreisen mit Flugzeugen von neun Prozent im Jahr 2016 auf 22 Prozent im Jahr 2017.

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