Kogler: '1.000 Euro Klima-Bonus'

Sommergespräch auf oe24.TV

Kogler: '1.000 Euro Klima-Bonus'

Kampf-Modus. Die Grünen haben einen guten Lauf. Die EU-Wahl war mit 12 Prozent der Stimmen ein sensationeller Erfolg und auch für die NR-Wahl am 29. September liegen die Grünen mit 12 % im Umfragehoch. Zu verdanken ist dieser Höhenflug nach dem schmerzlichen Rauswurf aus dem Nationalrat 2017 dem Urgestein Werner Kogler. Heute ist Kogler um 21 Uhr bei FELLNER! Live im Sommergespräch auf oe24.TV. Bei Wolfgang Fellner fordert er einen Klima­bonus und dass Flugbenzin und Diesel teurer werden müssen.

Wolfgang Fellner im Sommergespräch mit Werner Kogler auf oe24.TV

OE24.TV: Was sind die Themen der Grünen bei der NR-Wahl am 29. September?

Werner Kogler: Das ist einmal das Klima. Da ist eine richtige Welle erkennbar. Wir trauen uns ja was sagen. Was ich immer gesagt habe, radikal und real.

OE24.TV: Ihr seid die einzigen, die eine CO2-Steuer einfordern.

Kogler: Ja, das ist was Gutes und Weiches. Die ärmeren Haushalte werden davon profitieren. Industriebetriebe zahlen x Milliarden mehr. Die daraus resultierende Erhöhung der Produktpreise wird durch eine Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer ausgeglichen. Das ist dann der Klimabonus.

OE24.TV: Wie sieht es mit den Benzinpreisen aus? Wollt ihr die wirklich verdoppeln?

Kogler: Niemals. Man muss nur die Energieträger, die ­einen hohen Kohlenstoff­gehalt haben, entsprechend teurer machen. Man muss unbedingt beginnen beim Flugbenzin.

OE24.TV: Dann steigen natürlich die Ticketpreise.

Kogler: Das ist ja der Sinn der Sache. Die Kerosinsteuer richtet sich vor allem gegen Kurzstreckenflüge. Zum Beispiel die Strecke Wien–Innsbruck. Da fährt der Zug mit bis zu 250 km/h in vier Stunden hin.

OE24.TV: Die Preiserhöhung, so wird berechnet, wird um die 20 Prozent liegen.

Kogler: Es muss jedenfalls vernünftig sein und auch als solches erkannt werden. Da ducken wir uns nicht weg, sonst sind wir genau bei dem Unterschied, dass jeder sagt, Klimaschutz, und keiner tut was. Mit den Mehreinnahmen könnte man etwa die Bahn subventionieren und endlich dafür sorgen, dass das Flugticket Wien–München etwa nicht billiger ist als die Zugreise. Revolutionen sind das keine. Das muss nicht alles über Nacht sein. Aber wir müssen jetzt einsteigen.

OE24.TV: Wie sieht Ihr Ansatz bei den Dieselpreisen aus? Müssen die stark erhöht werden?

Kogler: Nein, nicht stark, nur auf das gleiche Niveau wie Benzin. Wir haben europaweit ziemlich den billigsten Diesel. Aber wohin führt das? Die vielen AnrainerInnen an den Autobahnen wissen, dass Österreich, zum Teil aus eigenem Verschulden, die Transitdrehscheibe Europas ist. Mein Elternhaus steht auch an einer Autobahn, da fahren jetzt, im Vergleich zu der Zeit, wo ich als Jugendlicher zum Studieren weggezogen bin, dreimal so viele Transporter. Die werden zum Teil günstig angelockt, weil nämlich der Dieselpreis gerade für Lkws bei uns so billig ist.

OE24.TV: Eine letzte Frage noch: Wie stehen Sie zur Koalitionsvariante Schwarz-Grün?

Kogler: Zuerst wird einmal gewählt. Wenn es dann eine Rot-Grün-Neos-Mehrheit geben würde, wird man sich das anschauen, weil ich hier mehr Überschneidungen feststelle als bei den Schwarzen.

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