Rauskala: Neues Zeugnis für Muslime

Bildungsministerin im Interview

Rauskala: Neues Zeugnis für Muslime

 

Die Aufregung nach dem 1. Semester war groß. Das Wort „Islam“ kam in den Zeugnissen muslimischer Kinder nicht mehr vor. Stattdessen stand beim Religionsbekenntnis „IGGÖ“. In ­ÖSTERREICH präsentiert Bildungsministerin Iris Rauskala die Lösung. Es wird wieder Islam drinstehen.

ÖSTERREICH: Der Schulschluss steht bevor. Sie sind zwar erst drei Wochen im Amt, trauen Sie sich dennoch eine Be­notung des Systems zu?

Iris Rauskala: 96 % der Pädagogen sind mit ihrem Job zufrieden. Was das betrifft, sind wir bei zumindest 1,5. Das System im internationalen Ressourcen-Schnitt hat eine gute 2,5 verdient.

ÖSTERREICH: Nächste Woche gibt es im Osten die Zeugnisse. Die Muslime waren zuletzt unzufrieden, weil das Wort ­„Islam“ nicht mehr vorkam ...

Rauskala: Zum Glück haben wir rechtzeitig vor der Zeugnisverteilung das Gespräch mit den Religionsvertretern gesucht und gemeinsam mit dem Kultusamt eine Lösung gefunden. Dem Kürzel IGGÖ ist nun „islam.“ ­vorangestellt, die schiitische Glaubensgemeinschaft trägt das Kürzel „islam. SCHIA“ und die alevitische Glaubensgemeinschaft bleibt bei „ALEVI“.

ÖSTERREICH: Damit ist die ­islamische Glaubensgemeinschaft zufrieden?

Rauskala: Das ist ein guter Kompromiss. Ich bitte nur um Verständnis, wenn das eine oder andere Zeugnis jetzt noch einmal ausgedruckt werden muss.

ÖSTERREICH: Diese Woche hat die „Talis“-Studie gezeigt, dass es in unseren Schulen viele Lehrer, aber wenig Unterstützungspersonal gibt. Die Gewerkschaft fordert den Ausbau. Zu Recht?

Rauskala: Wir haben vor ­allem in den NMS Aufholbedarf, für die die Länder zuständig sind. Das könnte ein Thema für den Finanzausgleich sein, dass Ressourcen umgeschichtet werden in Richtung mehr Unterstützungspersonal, ­weniger Pädagogen.

ÖSTERREICH: Sie haben bekannt gegeben, dass Sie mit ­einer Frau verheiratet sind. Wie waren die Reaktionen?

Rauskala: Wenn, dann positiv. Wenn wir offen und unverkrampft damit umgehen, ist das der Zugang des 21. Jahrhunderts. Debora Knob

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