Wer ist der Mann 
hinter der Strache-Anzeige?

Insider tippen auf Hoscher

Wer ist der Mann 
hinter der Strache-Anzeige?

Seit dem Bekanntwerden der Hausdurchsuchungen bei Strache, Gudenus und Co. rätselt die Wiener Politszene: Wer ist der „Insider“, der hinter der anonymen ­Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft steckt?

Jetzt, wo die komplette Strafanzeige in vollem Wortlaut vorliegt, ist eines klar: Es kann nur ein Mitglied des ­früheren Casinos-Austria-Vorstands selbst sein, weil in der Strafanzeige ausführlich aus dem Erstentwurf (!) einer Personalbewertung von Headhunter Egon Zehnder zitiert wird, der nur den früheren Casinos-Vorständen, Aufsichtsratspräsident Rothensteiner und Zehnder selbst zugänglich war.

Da eher nicht wahrscheinlich ist, dass Rothensteiner und Zehnder die anonyme Anzeige verfasst haben, schränkt sich der Kreis auf jene beiden früheren Casinos-Vorstände ein, die von der neuen ÖVP-FPÖ-Allianz für Bettina Glatz-Kremsner und den FPÖ-Darling Peter Sidlo „weggeputscht“ wurden:

  • Dr. Alexander Labak war zuvor Generaldirektor der Casinos, kennt alle Details der Causa im Detail, kommt aber als „anonymer Informant“ kaum infrage, weil er „auf eigenen Wunsch“ ausgeschieden ist. Ohne Gram.
  • Dietmar Hoscher dagegen, der seit Leo Wallner längstdienende Vorstand der Casinos, der auf einem „SPÖ-Ticket“ agierte, ist das eigentliche Opfer des Sidlo-Deals der FPÖ. Er hat durch die Bestellung des neuen FPÖ-Finanzvorstandes nicht nur sein Vorstandsmandat verloren, sondern auch seinen Job, sein Gehalt, seinen kompletten Einflussbereich (er wollte unter anderem Rapid-Präsident werden) und wurde mit einem „Beratervertrag“ abgespeist.

Zumindest zwei hochrangige Insider der Wiener Szene sind sich „sicher, dass die anonyme Anzeige von Ex-Casinos-Vorstand Dietmar Hoscher stammt“. Denn: „Er hat das komplette Insiderwissen, er war in den gesamten Poker um die Zustimmung von Novomatic für den FPÖ-Mann Sidlo eingebunden, weil er selbst bei der Novomatic intensiv für seinen Job lobbyierte. Er kannte und besaß als einer von wenigen alle Zehnder-Gutachten. Kurz: Es gibt keinen besseren Insider als ihn in dieser Causa.“

Einer der beiden „Insider“, die sagen, sie wüssten, dass Hoscher hinter der anonymen Anzeige steckt, ist übrigens ein bekannter Wiener Anwalt – und er behauptet sogar, er wisse definitiv, dass Hoscher seine anonyme Anzeige mit Hilfe einer prominenten SPÖ-nahen Wiener Anwaltskanzlei erstellt habe.

Dietmar Hoscher galt in der Faymann-Ära als große Zukunftshoffnung der SPÖ. Er war Abgeordneter, wurde sogar als Finanzstaatssekretär gehandelt, ehe er im hochbezahlten Vorstands-Job der Casinos landete und von dort sein Netzwerk ausbaute.

Brisant ist, dass in der Anzeige wörtlich die Rede davon ist, dass die FPÖ „nach Ausscheiden des SPÖ-Vorstandes Hoscher“ mit Sidlos Hilfe „die bisherigen roten Zuwendungen“ der Casinos „gut umleiten“ könne. Wenn Hoscher das Papier verfasst hätte, käme das fast einer Selbstanzeige gleich.

Hoscher selbst soll die Ur­heberschaft gegenüber Freunden mit einem Schmunzeln dementiert haben – gegenüber ÖSTERREICH wollte er zu der Causa ganz offensichtlich nicht Stellung nehmen und drückte alle Anrufe der ÖSTERREICH-Redaktion auf seinem Handy konsequent weg.

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