Wiener Schule lässt Kinder ''schikanierte Migranten''spielen

Kinder bei Aktionstag verängstigt:

Wiener Schule lässt Kinder ''schikanierte Migranten''spielen

Ohne Einwilligung der Eltern, ohne jede Vorinformation wurden 12- bis 14-jährige Kinder in einer Schule in Wien "wie Flüchtlinge" behandelt. Zumindest so, wie sich das ein Verein vorstellt.

Blass, verwirrt und noch immer von den Ereignissen an diesem Schultag mitgenommen, vertraute sich am Abend die 12-jährige Schülerin ihren Eltern an: Ohne Vorwarnung wurden die Hunderten Kinder der Unterstufe einer Höheren Schule in Wien von den Lehrern gleich bei ihrer Ankunft in der Schule als "Migranten" behandelt. Und die Schülerinnen und Schüler wurden mit Bändern als Flüchtlinge "gekennzeichnet". Das "Spiel" sah vor, dass die Schüler "spüren sollten", wie sich Flüchtlinge bei ihrer Ankunft in Österreich fühlen würden . . .

Kinder sollten Situation der Migranten durchleben

"Dazu mussten wir stundenlang in Räumen sitzen, ohne dass uns erklärt worden ist, warum. Die Lehrer beantworteten unsere Fragen nicht, sondern gaben immer nur die gleichen einstudierten Antworten, die uns nicht halfen", erzählte eine Schülerin ihren Eltern. Wer "kooperierte", durfte in den nächsten Raum, andere Kinder mussten weiter warten - so wollte offenbar ein privater Verein, der diese Aktion in dieser Schule durchführen durfte, die Situation beim Asylgenehmigungsverfahren in Österreich nachstellen. Vermutlich war der Schulleitung bewusst, wie belastend diese Situation, im Ungewissen gelassen zu werden, für die Schüler sein könnte: Die erste Klasse Unterstufe durfte in der Zwischenzeit zu einem Kino-Ausflug.

"Aktion absolut problematisch"

Von ÖSTERREICH zu dieser Aktion befragte Pädagogen halten nichts von der "Pseudo-Schocktherapie": "Wenn die Eltern nicht vorinformiert sind, geht das gar nicht." Eine Mutter einer Schülerin meldete sich bei ÖSTERREICH und kritisierte: "Parteipolitik hat in der Schule nichts verloren. Das Thema Migration zu behandeln, ist ja gut. Nur kann das sicher nicht so ablaufen." Und als Nachsatz: "Stellen sie sich vor, die machen das in einer Schule, in der auch einige Migrantenkinder sind, die eine Fluchtsituation ganz real erlebt haben und jetzt das nochmals durchmachen sollen."

In der Bildungsdirektion Wien will man sich diesen Fall genau ansehen: "Wir wollen jetzt feststellen, ob diese Aktion auch an anderen Schulen stattfindet. Eine derartige Aktion ist absolut problematisch, umso mehr als scheinbar die Eltern überhaupt nicht eingebunden waren." Gemeldet wurde dieses "Projekt" auch der Bildungsdirektion nicht: "Weil die Schulen ihre Kooperationen schulautonom selbst entscheiden können."

 

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