Affäre Graf kostet FPÖ Platz eins

ÖSTERREICH

Affäre Graf kostet FPÖ Platz eins

Sonntagsfrage: SPÖ 27%, FPÖ 26%, ÖVP 22%, Grüne 14%, Piraten 5%, BZÖ 3%

Es ist unübersehbar: Die Affäre um den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (siehe unten) hat dem Aufstieg der FPÖ einen Dämpfer versetzt. Seit drei Wochen lag die FPÖ bei der traditionellen Sonntagsfrage (Wen wählen die Österreicher, wenn heute Nationalratswahl wäre?) auf Platz eins, in der aktuellen Umfrage muss sie aber die Führung wieder an die SPÖ abgeben. Diese könnte mit 27 Prozent der Stimmen rechnen, die Freiheitlichen mit 26 Prozent.

Auch 65 Prozent der FPÖ-Wähler für Graf-Rücktritt
Der Konnex dieses Rückfalls mit der Affäre Graf wird klar, wenn man sich die weiteren Details unserer Gallup-Umfrage (400 Befragte, Zeitraum 24./25. Mai) ansieht: 71 % der Österreicher sind der Ansicht, dass Graf nach den Vorwürfen als Nationalratspräsident den Hut nehmen sollte. Sensationell: Sogar unter den deklarierten FPÖ-Wählern sind 65 Prozent, also kaum weniger als im Schnitt, für einen Rücktritt Grafs. Das zeigt, dass sogar Blau-Sympathisanten ihre Geduld mit dem umstrittenen Rechtsaußen verloren haben.

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FPÖ rutscht ab
56 Prozent aller Österreicher (und 55 % (!) aller FPÖ-Wähler) sind der Meinung, dass Graf dem Ansehen seiner Partei Schaden zufügt.

Vom Abrutschen der FPÖ kann diese Woche auch die ÖVP profitieren, die sich auf 22 Prozent steigern kann. Ebenfalls um ein Prozent besser als bei der letzten Umfrage sind die Grünen – sie kämen zurzeit auf 14 Prozent.

An Glanz verloren haben offensichtlich die Piraten. Die neue Partei fällt auf fünf Prozent zurück, würde aber im Unterschied zum BZÖ nach wie vor in das nächste Parlament einziehen.

90-Jährige fühlt sich von Graf ,reingelegt‘

Die 90-jährige Wienerin Gertrud Meschar fühlt sich vom 3. Nationalratspräsidenten Graf (FPÖ) „hereingelegt“. Meschar hatte auf Anraten Grafs rund 1 Mio. Euro in eine Stiftung eingebracht – und kann jetzt nicht mehr an ihr Vermögen heran, sie bekam jährlich zwischen 5.000 € und 6.000 €. Graf ließ als Stiftungsvorstand u. a. ein Haus kaufen, in das das Restaurant seines Bruders eingemietet ist. Meschar beantragt jetzt die Abberufung Grafs als Stiftungsvorstand. Graf weist alle Vorwürfe zurück, zurücktreten will er nicht.
 

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