Alarm! Uns fehlen 1.300 Ärzte

Wartezimmer sind überfüllt

Alarm! Uns fehlen 1.300 Ärzte

Zum Start der Erkältungszeit herrscht in vielen Arztpraxen Aufnahmestopp.

Eine Hausarzt-Praxis in Wien-Wieden, vergangenen Mittwoch: Das Wartezimmer ist nachmittags gesteckt voll, die Patienten werden im 15-Minuten-Takt behandelt. Doch nicht alle neuen Patienten werden versorgt. „Sie sind nicht aus diesem Bezirk? Dann muss ich Sie leider abweisen. Wir haben gerade einen Aufnahmestopp“, sagt die Assistenz freundlich, aber bestimmt.

Aufnahmestopp
Binnen einer Stunde werden drei Patienten abgewiesen, auch am Telefon – und das ist in Wien mittlerweile kein Einzelfall. Der Wiener Ärztekammer ist dieser Missstand bewusst: „Es gibt viele Kollegen, die so überlastet und beliebt sind, dass sie keine neuen Patienten mehr aufnehmen können. Der Bedarf in den letzten Jahren stieg, aber die Zahl der Kassenstellen ist gesunken“, sagt Wiens Ärztekammer-Chef Thomas Szekeres gegenüber ÖSTERREICH. Laut Ärztekammer hätten die Hausärzte in einzelnen Bezirken mehr als 2.500 Patienten zu betreuen.

Ganz Österreich betroffen. Lückenhafte Patientenversorgung ist aber nicht nur in Wien ein Problem, sondern ein Thema in ganz Österreich. Ärztekammer-Chef Artur Wechselberger sagt: „Auch in Innsbruck und einzelnen Regionen gibt es zu wenig Versorgung.“

Die Ursache des Problems: Laut Ärztekammer fehlen einfach Ärzte, die Zahlen sind alarmierend: „Österreichweit fehlen laut unseren Schätzungen 1.300 Kassenärzte“, klagt Wechselberger. Alleine in Wien sollen es 300 sein.

Jochen Prüller



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