Rudi Anschober

Comeback

Anschober: Jetzt spricht Burnout-Politiker

Als erster Politiker stand der Grüne Landesrat Rudi Anschober offen zu seinem Burn-out. Jetzt spricht er erstmals über seine Krankheit.

Am 20. September gestand es sich Rudi Anschober ein: Es geht nicht mehr, die Grenze seiner Belastbarkeit war mehr als ausgereizt. Diagnose Burn-out . Der Landesrat und Grünen-Landessprecher in Oberösterreich zog sich von einem Tag auf den anderen aus dem Polit-Geschäft zurück – und brach damit mit einem Tabu. Der 51-Jährige hatte monatelang deutliche Symptome seiner massiven Erschöpfung ignoriert, 80- bis 100-Stunden-Wochen als engagierter Politiker hatten ihn schleichend ausgebrannt.

Anschober will testen, ob er wieder belastbar ist
Jetzt – nach einer dreimonatigen Auszeit samt ärztlicher Betreuung – kehrt Rudi Anschober wieder zurück. „Die kommenden drei Wochen werden eine Phase der Wiedereinarbeitung, Abklärung der notwendigen Veränderungen sowie meiner Belastbarkeit sein“, meldete sich Anschober nun erstmals mit einer Aussendung zurück.

Erster offizieller Arbeitstag ist der 24. Dezember
Wie berichtet, ist offiziell der 24. Dezember sein erster Arbeitstag. Das für einen Neustart etwas ungewöhnliche Datum erklärt sich aus der nur dreimonatigen Vertretungsfrist. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) hatte in der Zwischenzeit sein Umweltressort übernommen. „Ich bedanke mich bei ihm für seine stets faire und korrekte Vertretung, die neuerlich gezeigt hat, was der Geist dieser Regierungskoalition ist“, so der Politiker. Auch Hunderte unterstützende Briefe und E-Mails der Bevölkerung hätten ihm sehr geholfen.

Dass er nicht so weitermachen kann wie zuvor, ist Anschober klar: „Ich habe meine Lektion gelernt.“

"Fühle mich besser"

Über die Krankheit: „Der Ausbruch des Burn-outs war ein mehrjähriger Prozess, auch die Genesung erfordert Geduld, Vorsicht, Zeit. Ich habe gelernt, dass meine Gesundheit im Mittelpunkt stehen muss. Ich fühle mich deutlich besser als im Sommer.“

Über sein Comeback: „Ich will offiziell meine Amtsgeschäfte am Montag wieder übernehmen. Meine erste Regierungssitzung wird am 7. Jänner sein. Die kommenden drei Wochen werden eine Phase der Wiedereinarbeitung, Abklärung der notwendigen Veränderungen sowie meiner Belastbarkeit sein.“

Über seine Konsequenzen: „Ich habe meine Lektion gelernt. Aber nur im Arbeitsprozess selbst kann ich abklären, ob ich meine Erkrankung bereits vollständig überwunden habe.“

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