Heinz-Christian Strache

Neuer Job für Ex-FPÖ-Chef

Blaues Polit-Theater: Strache wird jetzt Consulter

Der ehemalige Vizekanzler soll nun Public-Relations-Berater werden. 

Der ehemalige FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache wird offenbar Consulter. Wie "profil-online" berichtet, ist der ehemalige Vizekanzler seit 24. September Inhaber einer Gewerbeberechtigung als "Public-Relations-Berater". Und seit 10. Oktober besitzt er die Gewerbeberechtigung zur "Unternehmensberatung einschließlich Unternehmensorganisation“. Beide Berechtigungen wurden von der Bezirkshauptmannschaft Tulln ausgestellt.
 
Im August hatte der frühere FPÖ-Obmann angekündigt, ab Herbst bei einem Immobilienentwickler tätig zu sein, sein Engagement allerdings kurz darauf wieder dementiert. Ein erster möglicher Kunde von Strache wäre laut "profil-online" die Wiener FPÖ, sollten die Lage zwischen dem Ex-Obmann und seiner Partei wieder befriedet werden.
 

Wut-Brief an Hofer und Kickl

Philippa Strache wurde erst am Mittwoch wegen „parteischädigenden Verhaltens“ aus der FPÖ geworfen. Bereits am nächsten Tag zog Heinz-Christian Strache auf Facebook gegen seine frühere Partei kräftig vom Leder: „Die Wahrheit ist doch, dass die Herren an der neuen Parteispitze lieber eine junge Frau und Mutter diskreditieren, als sich ihre eigenen Schwächen einzugestehen“, heißt es in seinem Wut-Posting. Philippa sei aus „fadenscheinigen Grün­den“ ausgeschlossen worden. Strache bittet, den Konflikt mit ihm „nicht auf dem Rücken“ seiner Gattin auszutragen. „Ihr einziges Vergehen: Sie ist mir eine loyale Ehefrau“, befindet Strache.
 

Das ganze Posting von HC Strache: 

 

Philippa Strache im exklusiven oe24.TV-Interview zum Streit mit der FPÖ:
Video zum Thema: Philippa Strache: Highlights des Interviews, Teil 1
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Die FPÖ jedenfalls tue sich mit „dieser Vorgangsweise der inneren Destabilisierung“ keinen Gefallen, mahnt Strache seine Nachfolger Norbert Hofer und Herbert Kickl. „So gewinnt ihr keine Wahlen.“ Es müsse Schluss mit Intrigen sein: „Meine FPÖ ist kein Kindergarten! Also reißt euch endlich zusammen.“
 

FP lässt sich kein Problem mit Frauen vorwerfen

 
Die FPÖ wies die Vorwürfe ihres früheren Parteichefs ­sofort zurück: Philippa Strache sei kein Opfer, sondern „wegen parteischädigenden Verhaltens“ aus der FPÖ ausgeschlossen worden (siehe Kasten rechts). Die Blauen gingen in einer Aussendung auch darauf ein, dass Strache der „neuen Führungsriege“ der Freiheitlichen vorgeworfen hatte, ein Problem mit starken Frauen zu haben. Mit Susanne Fürst und Dagmar Belakowitsch gebe es zwei Klubobmann-Stellvertreterinnen im FPÖ-Nationalratsklub und mit Marlene Svazek eine Bundesobmann-Stellvertreterin, verteidigten sich die Blauen.
 
Die Partei wies den Ex-Chef außerdem darauf hin, dass er durch seine Suspendierung „alle Rechte eines Mitglieds verloren“ hat. „Für die Bundes-FPÖ ist die Causa damit erledigt“, hieß es.
 
Philippa Strache im exklusiven oe24.TV-Interview zum Streit mit der FPÖ:
Video zum Thema: Philippa Strache: Highlights des Interviews, Teil 2
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Hofer warf Philippa persönlich aus Partei

Philippa flog am Mittwoch aus der FPÖ. Parteichef Ho­fer sorgte persönlich dafür.
 
Es war ein wochenlanger Eiertanz – am Mittwochnachmittag nahm Norbert Hofer die Sache dann schließlich selbst in die Hand: Um 12.36 Uhr wurde Philippa Strache als Nationalratsabgeordnete an­gelobt, um Punkt 16 Uhr warf Hofer die frühere Vizekanzlergattin aus der FPÖ.
 
Vorangegangen dürften dem Unstimmigkeiten zwischen der Wiener FPÖ und der Bundesparteispitze sein. Sowohl Parteichef Hofer als auch Klubchef Herbert Kickl hatten öffentlich für einen Ausschluss Straches plädiert, nachdem diese ihr Mandat angenommen hatte. Sie merkten aber an, dass die Entscheidung bei der Wiener FP läge – augenscheinlich wollte niemand das heiße Eisen Strache anfassen. Denn die Wiener zögerten ihrerseits und erbaten Bedenkzeit.
 
Freilich hätte Hofer nichts daran gehindert, Philippa gleich aus der Partei zu kicken. Er hat sich von der FPÖ beim Bundesparteitag ein Durchgriffsrecht geben lassen. Doch er spielte, wie FPÖ-Insider erzählen, zunächst den Ball zu den Wienern. Mit Philippas Angelobung wurden die Karten neu gemischt: Denn das macht sie laut Statut zum Mitglied der FPÖ-Bundesparteileitung. Hofer war zuständig – und handelte sofort: Ausschluss.
 

Ausschluss via Medien, gestern kam ein Brief

 
Die Begründung: „Gefahr in Verzug“ wegen parteischädigenden Verhaltens. Gemeint ist jene Aussendung, in der Philippa die Mandatsannahme bekannt gab und in der u. a. von einer „Diffamierungskampagne“ gegen sie die Rede war. Gestern sollte Philippa einen Brief in ihrem Postkasten gefunden haben, in dem sie das nachlesen kann.
 
Offen ist noch, wie es mit Philippas Mann Heinz-Christian Strache weitergeht. Auch hier liegt der Ball offiziell bei der Wiener FPÖ.(fis, gü)
 
Philippa Strache im exklusiven oe24.TV-Interview zum Streit mit der FPÖ:
Video zum Thema: Philippa Strache: Highlights des Interviews, Teil 3
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