Kurz Ludwig

Politik-Insider

Türkis-rotes Frühlingserwachen

Treffen, Telefonate und der Versuch, wieder eine trag­fähige Achse zu bilden.

Annäherung. In den vergangenen zwei Wochen kam es zwischen ÖVP und SPÖ wieder zu leichten Annäherungen. Das gipfelte bekanntlich in einem gemeinsamen Auftritt von Kanzler Sebastian Kurz und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig bei der Verkündung der Lockdown-Verlängerung am Sonntag.

Diesen „Schulterschluss“ hatte es freilich bereits zu Beginn der Pandemie gegeben. Dann – auch wegen dem Wiener Wahlkampf – verschlechterte sich die Gesprächsbasis massiv. In der Wiener SPÖ beobachtete man verständlicherweise mit Argwohn, dass ÖVP-Vertreter die Pandemie im Wahlkampf nur in Wien verorteten. In den vergangenen Wochen bemühte sich Kurz dann endlich wieder um eine Besserung der Beziehungen.

Er traf sich mit SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und telefonierte mehrmals mit der Roten. Und  er besuchte auch den Wiener Bürgermeister.

Rendi-Wagner und Ludwig wiederum verstehen die SPÖ als „Staats- und Regierungspartei“ und versuchten ebenfalls eine tragfähige Kommunikation auszubauen.

Regierung braucht SPÖ in Pandemie-Kampf

Kein Absprung. Dass blaue Kreise seit geraumer Zeit lancieren, Rot und Türkis könnten einen „fliegenden Wechsel“ versuchen, quittieren beide Parteien eher mit Gelächter. Weder SPÖ noch ÖVP stünden für so etwas bereit.

Die ÖVP hat aber sehr wohl verstanden, dass die türkis-grüne Regierung die SPÖ im Pandemie-Kampf und der Impf-Kampagne braucht.

Die Expertise von Rendi-Wagner – sie fordert jetzt, dass man erst ab Erreichung einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 lockert und möglichst wenige Eltern ihre Kinder in die Betreuung schicken – wird dabei vor allem von Kurz anerkannt. Und Ludwigs „kompetenter Auftritt“ neben Kurz habe „auch der SPÖ genützt“, freut man sich bei den Roten. 

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