Dürre ohne Ende: Regierung sagt Hilfe zu

Kanzler auf Lokalaugenschein

Dürre ohne Ende: Regierung sagt Hilfe zu

Die Regierung will nun Gelder aus dem Katastrophenfonds bereitstellen.

In Staubwolken eingehüllt, rollte am Freitag eine Wagenkolonne über einen völlig ausgetrockneten Feldweg bei Zurndorf (Bezirk Neusiedl am See): Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) machte sich im Burgenland ein Bild von der momentan herrschenden Dürre auf den Feldern und ihren Folgen für der Landwirtschaft. Um die Ernte bei Mais, Sonnenblumen und Soja steht es in der Region schlimm. Bei Mais seien teilweise Totalausfälle zu befürchten, berichteten Landwirte dem Regierungschef. Faymann verwies auf ein geplantes Maßnahmenpaket, das in der Ministerratssitzung am 13. August behandelt werden soll.

Katastrophenhilfe
Vorgesehen sei eine Beihilfe aus Bundes- und Landesmitteln beim Ankauf von Futtermitteln für den Zukauf von Heu, Silage, Stroh sowie Pellets oder Trocken- und Pressschnitte. Da das Geld aus dem Katastrophenfonds kommen soll, sei eine Gesetzesnovelle notwendig. Außerdem sollen Raten bei Agrarinvestitionskrediten ausgesetzt werden.

In Fällen von Existenzbedrohung sollen zudem Betriebsmittelkredite etwa für Düngemittel und Saatgut gewährt werden. Weiters sei geplant, Blühflächen und Wiesen mit Nutzungseinschränkungen für die zusätzliche Futtermittelproduktion freizugeben.

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Auf die Frage des Kanzlers angesichts der ausgedörrten Felder, was man für die betroffenen Landwirte tun könne, meinte der Ortschef von Pama, Josef Wetzelhofer (SPÖ): "Problematisch wird es für die Betriebe, die Kredite laufen haben. Wenn du jetzt keine Rücklagen hast, bist du tot."

Früchte fehlen
"Die Pflanzen sind zwar hoch, aber sie setzen keinen Kolben an. Es ist keine Frucht drauf - das ist unser Problem", schilderte Wetzelhofer, selbst Biolandwirt. "Ich habe so etwas noch nie gesehen", meinte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der mit Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) den Kanzler begleitete, beim Anblick der gelbbraunen, verdorrten Maispflanzen.

"Zwischen Totalausfall und 20 bis 30 Prozent - mehr wird's heuer nicht", schätzte Wetzelhofer die Lage beim Mais ein. In den vergangenen vier Jahren habe man drei mal eine ähnliche Situation gehabt: "So arg wie heuer war es noch nie", fügte er hinzu. Seit April habe es im Bezirk Neusiedl am See, aber etwa auch im Marchfeld keinen oder nur sehr geringen Niederschlag gegeben. Auch Soja, Sonnenblumen und Gerste seien stark im Mitleidenschaft gezogen. "Es wird heuer auf alle Fälle einen Mangel geben an Futtergetreide", glaubt Wetzelhofer.

Die Situation sei schlecht, schilderte Landwirtin Elisabeth Meixner: "Wir sind schon an die Reserven gegangen", man habe sogar schon die Lebensversicherung aufgelöst, weil viele Zahlungen zu tätigen seien, etwa für Diesel.

"Wir haben einen schönen Betrieb aufgebaut", in dem seit 20 Jahren auch die Kinder mitarbeiten, erzählte die Bäuerin. Heuer wurden auf jeweils rund 25 Hektar Mais sowie Hirse angebaut, die nun auf den Feldern vertrocknen. "Ich könnte nur weinen, wenn ich hinausfahre. Es geht zugrunde, und du kannst nichts dafür", beschrieb Meixner ihre Gefühlslage.

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