NS-Regime:

Empörung über Zanger-Aussagen

SPÖ, ÖVP, Grüne und BZÖ haben die Aussagen des FPÖ-Abgeordneten Wolfgang Zanger über positive Seiten am NS-Regime scharf kritisiert.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos sprach von " inakzeptablen und skandalösen" Erklärungen Zangers und der grüne Klubobmann-Vize Karl Öllinger forderte den Rücktritt des freiheitlichen Nationalratsabgeordneten.

SPÖ-Kritik an FPÖ, aber auch an ÖVP
Darabos sagte in einer Aussendung, "ein derartiges Verhalten ist nicht zu tolerieren und erfordert eindeutige Distanzierungen". Die gestrigen Aussagen von ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka und BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz seien "an Scheinheiligkeit und Peinlichkeit" nicht zu überbieten und "richten sich von selbst", so Darabos. Immerhin seien es Leute mit genau dieser Gesinnung, mit denen die ÖVP sechs Jahre lang eine Regierung gebildet habe und die lange Zeit gemeinsam mit dem BZÖ in einer Partei gewesen seien.

ÖVP soll sich bei der Nase nehmen
Öllinger betonte, dass Leute wie Zanger nichts im Nationalrat verloren hätten. Zu Lopatka merkte Öllinger an, dass die ÖVP sehr spät ihre " antinazistische Gesinnung entdeckt". Immerhin hätten Volkspartei und FPÖ sowie dann BZÖ trotz Leuten wie Ewald Stadler, John Gudenus oder Veit Schalle jahrelang zusammen gearbeitet. Wenn Lopatka nun versuche, die Grünen mit Naziverharmlosern in Verbindung zu bringen, sei dies nur peinlich und unglaubwürdig und habe nichts zu bedeuten, denn die ÖVP sollte sich einmal selbst bei der Nase nehmen.

BZÖ wirft Strache Verharmlosung des NS-Regimes vor
BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz warf FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache vor, mit der Verteidigung Zangers auch das NS-Regime zu verharmlosen. Auf die Frage, ob die Aussagen Zangers über gute Seiten des NS-Regimes schwerer wiegen als die damalige Äußerung des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (B) über die "ordentliche Beschäftigungspolitik im Dritten Reich ", sagte Grosz, "Die Äußerungen Haiders sind in dem Licht zu sehen, dass er sich dagegen gewehrt hat, dass eine Kriegsgeneration und Aufbaugeneration zum damaligen Zeitpunkt im Lichte der innenpolitischen Entwicklung ständig diskreditiert wurde."

Und beim BZÖ-Abgeordnen Veit Schalle, der das NS-Wirtschaftsprogramm als beeindruckend bezeichnet hatte, sei der Vergleich "noch unzulässiger ". Außerdem sei Schalle "ganz bewusst missinterpretiert worden und Äußerungen sind Schalle untergejubelt worden, um das BZÖ zu schädigen ".

Rücktritt von Zanger gefordert
Grosz bekräftigte in einer Aussendung seine Forderung nach einem Rücktritt Zangers als Nationalratsabgeordneter. Strache sollte sich "nicht mit den bekannten Sprüchen eine reflexartige Verteidigungsstrategie aufbauen, sondern klar und deutlich Konsequenzen ziehen". Einmal mehr werde "klar, welche Gesinnungstruppe sich hinter dem Lächeln des Herrn Strache im Parlament verberge. Ich bin betroffen, dass gerade ein Abgeordneter aus Knittelfeld, wo die Auswirkungen des Hitlerregimes besonders tragisch waren, eine solche Einstellung vertritt und der FPÖ-Obmann diese auch noch verteidigt. Wenn Strache und Zanger nur einen funken Anstand hätten, würden sie sofort die Konsequenzen ziehen."



OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten