Die Staatsanwaltschaft Krems hat gegen René Schimanek, den ehemaligen Büroleiter von FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz, Anklage erhoben.
Das berichtete die "ZIB 17:00" des ORF am Freitagnachmittag. Der Vorwurf lautet demnach auf nationalsozialistische Wiederbetätigung. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig. Ob Schimanek dagegen Einspruch erhebt, war vorerst offen.
Bei den Ermittlungen ging es um ein Objekt, das in Zusammenhang mit der rechtsextremen deutschen Gruppierung "Sächsische Separatisten" gebracht wurde, bei denen Schimaneks Neffen involviert gewesen sein sollen. Bei einer Hausdurchsuchung im November 2024 wurden in dem Forsthaus in Langenlois, in dem Schimanek hauptgemeldet war, Munition und NS-Devotionalien gefunden. Schimanek verlegte wenige Wochen danach seinen Hauptwohnsitz.
Rune auf Todesanzeige
Wie der "Standard" Freitagabend berichtete, wurde gegen Schimanek aber auch im Zusammenhang mit der Todesanzeige seines Vaters, Hans Jörg Schimanek Senior, ermittelt. Der langjährige FPÖ-Politiker war Ende 2024 verstorben. Auf der Todesanzeige war nämlich das in rechtsextremen Kreisen verwendete Symbol der Irminsul-Rune zu sehen. Nur in diesem Punkt soll nun Anklage erhoben werden, erklärte am Freitagabend ein Sprecher der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Wien dem "Standard". Wegen der Todesanzeige sei die Staatsanwaltschaft wegen eines Medienberichts tätig geworden.
In derselben Anklageschrift wird aber auch die Einziehung der bei der Hausdurchsuchung gefundenen Devotionalien beantragt. Unter anderem fand man bei René Schimanek ein Hitler-Bild, so der Sprecher der OStA.
Im Februar des Vorjahres bat Schimanek um Auflösung seines Dienstverhältnisses als Büroleiter von Rosenkranz. FPÖ-Stadtrat in Langenlois blieb er weiterhin.