Betriebe entlastet

Industriestrom sinkt 2027 auf 5 Cent pro kWh

Die Regierung gibt heute eine Vergünstigung für den Industriestrom bekannt. Das ist dringend nötig: Denn Österreichs Industriestrompreis hat sich in der Krise verdoppelt. 

Die Regierung trifft sich am Mittwoch im Bundeskanzleramt zum Ministerrat und wird im Anschluss die Ergebnisse ihrer Kurz-Klausur verkünden, darunter auch eine Vergünstigung für den Industriestrom. In Deutschland gibt es bereits Maßnahmen, die eine Senkung des Strompreises für die Industrie auf 5 Cent pro Kilowattstunde vorsehen. Daran hat sich die Regierung orientiert.

Die Regierung verkündet: "Es wird eine Industriestromabsicherung von 2026 bis 2029 umgesetzt. Dies führt zu mehr Planungssicherheit für Industrieunternehmen." Konkret läuft das Standortabsicherungsgesetz für energieintensive Betriebe von 2026 bis 2029.

Gleichzeitig soll ab 1.1. 2027 ein Industriestrompreis in Höhe von 5 Cent pro kWh eingeführt werden. Die Vergünstigungen iHv rund 250 Mio. Euro pro Jahr werden vollständig durch einen zusätzlichen Budgetbeitrag der Energiewirtschaft finanziert. Die Details werden zeitnahe zwischen BMF und BMWET ausgearbeitet.  

"Müssen mitziehen"

Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) pochte bereits auf die Einführung eines Industriestrompreises auch in Österreich, sollte Deutschland einen solchen reduzierten Tarif für Unternehmen einführen. "Wir haben mitzuziehen", sagte Wallner in Richtung Bundesregierung.

Österreichs Industriestrompreis hat sich in Krise verdoppelt 

Im 1. Halbjahr 2025 betrug der durchschnittliche Strompreis für österreichische Industrieunternehmen 15,8 Cent pro kWh. Das sind um 120,4 % mehr als noch im 2. Halbjahr 2019, zeigen eurostat-Daten, über die selektiv berichtet. Nur in Deutschland (+156,5 %) und Irland (+124,3 %) stieg der Preis für Industriestrom in Westeuropa noch stärker.

Anstieg bei uns deutlich höher als im Durchschnitt

Eurozone. Im Eurozonen-Durchschnitt betrug der Anstieg 97,4 %. Der geplante deutsche Industriestrompreis soll den effektiven Preis für berechtigte energieintensive Unternehmen auf 5 Cent pro kWh für maximal 50 % des Jahresverbrauchs beschränken.

US-Vergleich. Schließlich zahlen Teile der österreichischen Industrie derzeit gut und gern dreimal so viel für Strom wie ihre US-amerikanischen Konkurrenten, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt. Die Regierung hat bereits den Industriestrom-Bonus und Rückerstattungen aus dem Standortabsicherungsgesetz.

Aber was ist langfristig der Plan? „Es qualifiziert sich wohl kaum als Strategie, Industriestrom auf ewig subventionieren zu wollen“, meint Agenda Austria-Ökonom Jan Kluge. „Das können wir uns nicht leisten“. Wenn die öffentliche Hand für Erleichterung sorgen möchte, muss sie im Energiebereich für mehr Wettbewerb sorgen und auf die vielen Steuern verzichten, mit denen sie teure Energie zusätzlich verteuert.

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