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Gespaltene Meinung über Klasnic-Kommission

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Kirchenkritiker sind gegenüber der Klasnic-Kommission gespalten.

Die ehemalige steirische ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic wird "unabhängige Opferbeauftragte" der katholischen Kirche. Das teilte Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" mit. Der Wiener Erzbischof reagiert damit auf das Bekanntwerden von immer mehr Missbrauchsfällen in Kirchenkreisen. Klasnic wird in den kommenden Wochen eine unabhängige Kommission zu den Missbrauchsfällen zusammenstellen.

Die Einsetzung einer Kommission zur Klärung der Missbrauchsfälle in Kirchenkreisen ist bei bekannten Kritikern unterschiedlich aufgenommen worden. Von Freude über Skepsis bis zur völligen Ablehnung der Vorsitzenden, der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V), reichten am Montag die Reaktionen: "Kirche In"-Herausgeber, Pfarrer Rudolf Schermann, sieht in Klasnic die falsche Besetzung, "Wir sind Kirche" ist skeptisch und die "Laieninitiative" streut der Opferbeauftragten vorab Rosen.

Schermann: "Klasnic strikt abzulehnen"
Für Schermann ist die Einsetzung der Kommission unter Klasnic "der typische Versuch, die ganze Sache auf eine ungefährliche Schiene zu stellen". Man könne von der durch Kardinal Christoph Schönborn eingesetzten Opferbeauftragten, die kirchlich sehr eingebunden sei, keine Unabhängigkeit erwarten. "Für mich ist Klasnic strikt abzulehnen", so Schermann, der sich vor allem wünscht, mehr auf die Missbrauchsopfer zu hören. Deren Vertreter sollten etwa in die Kommission eingebunden werden. Zum Vorsitz meint der Publizist: "Es wäre mir am liebsten, wenn ein objektiver Atheist diese Rolle übernehmen würde."

Der Vorsitzende von "Wir sind Kirche", Hans Peter Hurka, sieht in Klasnics Wahl einen "Schritt, der ein Stück weit hinausführt aus dem engeren Kreis der Kirchenleitung". Trotzdem weiß der Kirchenkritiker nicht, warum sich die ehemalige Landeshauptfrau gerade für die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle auszeichne. Ein Erfolg der Kommission werde zum einen davon abhängen, wer im neuen Gremium Platz vertreten ist, zum anderen müsse man einen klaren Arbeitsauftrag definieren. Hurka ist neben der Aufarbeitung der bekannten und teilweise Jahrzehnte zurückliegenden Fälle wichtig, dass nun ein "Status quo" erstellt werde. Ein Schwerpunkt müsse aber auch auf Prävention gelegt werden, Reformmaßnahmen in der Kirche seien unumgänglich.

"Weg der Aufklärung"
Am meisten Freude über Klasnic herrscht bei Ex-Volksanwalt Herbert Kohlmaier von der "Laieninitiative". "Ich glaube schon, dass es ein guter Schritt ist. Ich kenne Klasnic seit vielen Jahren. Sie ist couragiert und korrekt." Der ehemalige ÖVP-Politiker erwartet sich viel von seiner Parteikollegin, vor allem, dass "Pauschalverurteilungen", die gegen die Kirche gerichtet sind, nun abnehmen. Auch bei der Besetzung der Kommission vertraut Kohlmaier Klasnic. Lob gibt es aber auch für Schönborn: "Er geht hier den Weg der Aufklärung."

Klasnic nicht unabhängig
SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kritisiert die Einsetzung der steirischen Ex-Landeshauptfrau Waldtraud Klasnic (V) als "unabhängige Opferbeauftragte" der katholischen Kirche und Vorsitzende der Kommission zur Klärung von Missbrauchsfällen. Klasnic sei inakzeptabel, weil nicht unabhängig und auch keine Juristin, bemängelte er laut ORF-"Abendjournal".

Jarolim wünscht sich - laut ORF-Teletext - den früheren Verfassungsgerichtshofs-Präsidenten Karl Korinek als Kommissionsleiter. Dieser sagte allerdings umgehend ab. Mit ihm habe niemand gesprochen. "Und wenn man mich fragen würde, stünde ich nicht zur Verfügung", so Korinek.

Aus dem Büro von Bundeskanzler Werner Faymann (S) hieß es, man wolle sich nicht in innerkirchliche Angelegenheiten einmischen.

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