Programm soll Basis beruhigen

Häupl stärkt SP-Chef Rücken

von
Werner Faymann, SPÖ
© APA/ Schlager
Häupl versucht als Auslöser der Wehrpflicht-Debatte die Wogen zu glätten.
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„Nervosität ist völlig unangebracht“, sagt Wiens Bürgermeister Michael Häupl zum schlechten Abschneiden Werner Faymanns bei der Wahl zum SPÖ-Chef (83 %). Er stehe „absolut“ hinter Faymann. Eine Obmann-Debatte sei „selbstmörderisch“. Häupl hatte im Wien-Wahlkampf 2010 den SPÖ-Wehrpflicht-Schwenk eingeleitet.

Die Kursänderung ohne vorherige Debatte kam in der Basis gar nicht gut an. Der als rebellisch bekannte SPÖ-Jungpolitiker Niki Kowall zu ÖSTERREICH: „Richtig in solchen Grundsatzfragen wäre gewesen: erst zwei Jahre Diskussion, dann eine Entscheidung.“ Oberösterreichs SPÖ-Chef Josef Ackerl spricht sich sogar für einen Parteitag vor Wahlen aus, der das Wahlprogramm erstellen soll.

SPÖ-Spitze sieht keinen großen Änderungsbedarf
Davon hält SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter wenig. Zum offenbar ungestillten Diskussionsbedarf der Basis sagt er: „Es wurde eine Programm- und eine Statutenreform beschlossen. Da ist vieles im Laufen.“ In den nächsten zwei Jahren ist die Basis also erst einmal mit Grundsatzfragen beschäftigt.

Viel Änderungsbedarf sieht die SPÖ-Spitze nicht. Manches müsse man nur besser erklären. Mit dem mauen Abschneiden Faymanns findet man sich ab: „Ich finde das Wahlergebnis gar nicht so schlecht“, meint Häupl. „99 Prozent gehören wahrscheinlich sowieso der Vergangenheit“, so Kräuter.

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