Innsbrucker Piraten-Chef muss zum Drogenverhör

ÖSTERREICH-Interview

Innsbrucker Piraten-Chef muss zum Drogenverhör

Anzeige gegen Alexander Ofer wegen Aussage in Interview.

Paukenschlag um den Innsbrucker Piraten-Kapitän Alexander Ofer (38). Während die Minipartei, die im April mit einem Sitz in den Gemeinderat gewählt wurde, zwischen die politischen Fronten zu geraten droht, hat der Piratenkapitän derzeit ein handfestes Problem mit der Justiz. „Ich bin für Dienstag wegen einer Anzeige nach dem Suchtmittelgesetz vorgeladen“, sagt er im ÖSTERREICH-Gespräch. Lustig ist das für den Polit-Freibeuter nicht, ganz der Transparenz verpflichtet, legt er aber alle Karten auf den Tisch.

„Kriminalisierung“
Hintergrund ist ein Interview, in dem Ofer offen für ein ­liberaleres Drogengesetz eingetreten war – „das tun ja SPÖ und Grüne auch schon seit Jahren“. Der Haken: Er hatte auch darüber gesprochen, dass er einen Joint, der die Runde macht, nicht ablehnen würde. Woher die Anzeige kommt, weiß er nicht. Klar sei aber, dass es sich um einen politischen Hintergrund handle: „Man versucht, mich wegen einer politischen Aussage zu kriminalisieren.“

Anfeindung

Eine Breitseite wird auf Ofer aber auch aus anderer Richtung abgefeuert: Politische Gegner lancieren Gerüchte über seinen Geisteszustand. Im Parlament gebe es sogar eine Anfrage mit 18 Punkten dazu, sagt Ofer. Der gelernte Koch ist tatsächlich wegen einer geistigen Erkrankung de facto arbeitsunfähig und lebte daher seit Jahren von 340 Euro Sozialhilfe im Monat. Allerdings kann er dank Medikamenten ein völlig normales Leben führen. „Man versucht derzeit aus allen Richtungen, mich fertigzumachen“, sagt er.

Trotz des Wirbels um seine Person sollte der Innsbrucker Piraten-Kapitän Alexander Ofer am Dienstag zum Vorsitzenden des Kontrollausschusses des Gemeinderates ­gewählt werden. Stadtchefin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) und ihre Koalitionspartner von Grünen und SPÖ wollen den Piraten in das Amt hieven. Allerdings will Ofer das selbst nicht mehr. „Ich glaube, die wollen mir einen Strick drehen“, sagt er zu ÖSTERREICH.

Keine Transparenz
Die Piraten stünden für Transparenz, während die Sitzungen des Kontrollausschusses unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. „Was ist, wenn ich mich da einmal in der ­Öffentlichkeit verplappere? Das ist von der Stadtregierung gesteuert.“

Wahrscheinlich scheint nun ein Deal zwischen ÖVP und Piraten: Die ÖVP übernimmt als größte Oppositionspartei den Vorsitz im Kontrollausschuss und gibt ihn zur Halbzeit der Periode, nach drei Jahren, an Ofer ab. „Bis dahin können wir lernen.“

Wolfgang Fürweger

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