Kanzler auf Volksnah-Tour

ÖSTERREICH

Kanzler auf Volksnah-Tour

Alfred Gusenbauer befindet sich auf Versöhnungstour durch die Bundesländer. Im ÖSTERREICH-Interview kündigt er die Pläne der Regierung an.

Das Verhältnis zwischen Alfred Gusenbauer und der SPÖ-Basis war zuletzt gespannt. Doch jetzt befindet sich der Kanzler auf einer Art Wiedergutmachungs-Tour durch die Bundesländer – auf dass der „Gesudere“-Sager endlich in Vergessenheit gerate. Am Donnerstag nach dem großen Klima-Gipfel brach Gusenbauer nach Vorarlberg auf, um das Gespräch mit Funktionären zu suchen. Er besuchte dabei ebenso einen roten Bürgermeister, der sein 20-Jahr-Amtsjubiläum feierte – im schwarzen Ländle eine besondere Rarität – wie einen Wochenmarkt, auf dem er sich mit Schwarzkümmel eindeckte. Grund: Auf seiner „Startklar“-Tour vor den Nationalratswahlen 2006 hatte sich der Kanzler mit diesem „Wundermittel“ fit gehalten.

Basis verunsichert
„Ja, die Basis war verunsichert“, gibt der Kanzler am Rande des Besuches zu. Doch Gusenbauers Taktik , mit den Menschen wieder mehr direkt in Kontakt zu treten, scheint aufzugehen. Die Hölzernheit, die er in der Vergangenheit im Gespräch mit den Wählern an den Tag gelegt hatte, ist überwunden. Die Menschen reagieren offen und freundlich, wenn Gusenbauer auftaucht.

Große Pläne
Doch nicht nur die Arbeit an der eigenen Basis soll in Zukunft wieder besser funktionieren, auch jene der Regierung soll wieder vor Streitereien gestellt werden. Im großen ÖSTERREICH-Interview kündigt der Kanzler die Pläne für die kommende Zeit an. Scharf verurteilt Gusenbauer die undichte Stelle, durch die brisante Teile der Akte Kampusch an die Öffentlichkeit gelangt sind. Der Kanzler fordert eine sofortige Untersuchung des Falls.

Aufhorchen lässt Gusenbauer mit seinen Aussagen zum Nichtraucherschutz: Auf die Wirte sollen aufgrund des neuen Gesetzes „keine großen Kosten“ zukommen, was nur bedeuten kann, dass bauliche Änderungen ausgeschlossen sind und jedes Lokal wählen kann, ob es ein Raucher- oder Nichtraucher-Betrieb ist – zumindest so lange, bis aus Brüssel das totale Verbot kommt.

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