Im Vergleich

Kindergeld-Modelle von SPÖ und ÖVP

Die Kindergeldmodelle von ÖVP und SPÖ zielen beide auf Flexibilisierung ab. Streitpunkt ist, wie flexibel man tatsächlich sein will.

Nach dem SPÖ-Modell soll jene Leistung, die sich bei der Inanspruchnahme des Kindergelds über 36 Monate ergibt - das sind derzeit 15.696 Euro über alle drei Jahre subsumiert - auch in kürzeren Zeiträumen bezogen werden können. Die ÖVP wiederum kann sich eine Verkürzung der Bezugsdauer nur bei Beibehaltung der derzeitigen Monatsbeträge von 436 Euro vorstellen - dafür sollen die Einkommensgrenzen fallen.

Das Modell der SPÖ
Das SPÖ-Konzept würde demnach vorsehen, dass bei einer Mindestbezugsdauer von zwölf Monaten das Kinderbetreuungsgeld sich auf das dreifache des bisherigen Betrags erhöhen würde. Das hieße, dass das Kinderbetreuungsgeld, wenn man es nur ein Jahr in Anspruch nimmt, monatlich statt 436 künftig rund 1.308 Euro ausmachen würde. Was die Zuverdienstgrenze betrifft, so entfällt diese beim SPÖ-Modell nur dann, wenn die Normalarbeitszeit um mindestens 40 Prozent reduziert wird.

ÖVP-Konzept im Detail
Eltern erhalten grundsätzlich die Wahlmöglichkeit zwischen dem bisherigen Modell - also 36 Monate voller Bezug des Kindergelds bei einer Zuverdienstgrenze von 14.600 Euro jährlich. Zweite Möglichkeit: Das Geld wird nur mehr 18 Monate bezogen, dafür fällt die jährliche Einkommensgrenze. Die Höhe der Beträge von derzeit 436 Euro monatlich bleibt aber auch in der verkürzten Bezugsdauer gleich.

Anreize für Väter
Die SPÖ argumentiert damit, dass es bei ihrem Modell darum gehe, mehr Anreize für Väter zu schaffen, in Karenz zu gehen. Den Frauen will man gleichzeitig den Einstieg in das Berufsleben erleichtern.

Zweifel an Finanzierbarkeit
Die beiden Kindergeldmodelle von ÖVP und SPÖ zielen beide auf Flexibilisierung ab. Streitpunkt könnte lediglich die Frage sein, wie "flexibel" man tatsächlich sein will.
Die ÖVP wiederum bezweifelt die Finanzierbarkeit des SPÖ-Konzepts, da derzeit viele Eltern die 36 Monate, die ihnen zustehen würden, nicht in Anspruch nehmen. Die erhöhten Beträge bei verkürzter Bezugsdauer könnten somit vom Familienlastenausgleichsfonds nicht mehr finanziert werden, fürchtet die ÖVP und betont, dass man sich immer darüber einig war, ein "aufkommensneutrales Modell" zu beschließen.



OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten