Der rote Klubchef gibt im oe24.TV-Interview zu, dass das Gesundheitssystem "schlechter geworden" sei.
Die Wartezeiten für Facharzttermine und Operationen werden österreichweit immer länger. Besonders schlimm dürfte die Lage derzeit in Oberösterreich sein. Von oe24.TV auf die zunehmend angespannte Situation im Gesundheitsbereich und die Drei-Klassenmedizin angesprochen, antwortet SPÖ-Klubvorsitzender Philipp Kucher: "Was Sie angesprochen haben, haben leider auch Rechnungshof und OECD belegt: Das Gesundheitssystem ist in Österreich leider in den letzten Jahren deutlich schlechter geworden."
"Wartest Monate, außer du zahlst privat"
Und Kucher bestätigt im oe24.TV-Talk, das was viele andere Österreicher erleben: "Ich höre das auch aus Freundes- und Bekanntenkreisen, dass man oft monatelang auf Facharzt- oder OP-Termine warten muss, außer man zahlt privat". Das sei früher anders gewesen und "Folge politischer Fehlentscheidungen." Kucher meint damit die Sozialversicherungsreform der schwarz-blauen Regierung 2018.
Die schwarz-rot-pinke Regierung verhandelt seit Sommer mit Ländern und Gemeinden um eine Gesundheitsreform. Noch scheint man nicht wirklich weitgekommen zu sein. Via oe24.TV sagt Kucher: "Wir müssen uns eingestehen, dass es schlechter geworden ist, dass wir mehr Zwei-Klassen – oder wie Sie sagen Drei-Klassenmedizin in Österreich haben. Als ersten Schritt müssen wir das System jetzt stabilisieren."
Es dürfe keine weiteren Kürzungen mehr geben. Man brauche mehr Geld und "wir müssen vor Ort mit Druckverband die nahe medizinische Versorgung verbessern". Kucher will zudem - nach dem Modell der Rechtsanwälte -, dass künftig Wahlärzte auch einen Teil von Kassenpatienten behandeln müssen.