Ein kleiner Kalender sorgt für große Symbolkraft. Bürgermeister Michael Ludwig lässt auch heuer einen Ramadan-Kalender drucken und stellt dabei den Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen über religiöse Symbole erhält die Geste besondere Aufmerksamkeit.
Die Wiener SPÖ legt auch heuer einen Ramadan-Kalender mit Bürgermeister Michael Ludwig auf. SPÖ-Gemeinderat und Landtagsabgeordneter Omar Al-Rawi veröffentlichte dazu ein Posting auf Facebook. "Der Wiener Bürgermeister druckt bereits zum zweiten Jahr in Folge einen Ramadan-Kalender. Ich bin froh, dass er das tut, es ist eine Geste des Respekts und der Anerkennung für die Muslime seiner Stadt", so Al-Rawi. Auf dem Lesezeichen ist Ludwig zu sehen und daneben steht "Ich wünsche allen Musliminnen und Muslimen einen friedvollen Fastenmonat - eine Zeit des Zusammenhalts und der Solidarität. Ramadan Mubarak!"
Die Aktion folgt auf eine Debatte rund um einen Ramadan-Kalender im Betriebskindergarten im Bundeskanzleramt. Religiöse Grüße aus der Politik gelten immer wieder als heikel, vor allem in sozialen Medien, wo solche Aktionen rasch Kritik auslösen. Dabei sollte es normal und selbstverständlich sein, unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften zu ihren Feiertagen zu gratulieren.
Gemeinsame Werte im Fokus
Heuer hat mit dem Aschermittwoch bereits die vorösterliche Fastenzeit der Christinnen und Christen begonnen, während für Musliminnen und Muslime der Ramadan gestartet ist. Bürgermeister Ludwig thematisierte diese zeitliche Nähe ausdrücklich und sprach beide Religionsgemeinschaften an.
"Dass beide Fastenzeiten heuer nahezu zeitgleich beginnen, ist ein seltenes und besonderes Zeichen. Sowohl die christliche Fastenzeit als auch der Ramadan stehen für Besinnung, Verzicht, Solidarität und Nächstenliebe - Werte, die über Religionsgrenzen hinweg verbinden und gerade in einer vielfältigen Stadt wie Wien besondere Bedeutung haben", so der Bürgermeister.
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Zugleich verwies Ludwig auf ein Gremium für den interreligiösen Austausch. "Gerade in herausfordernden Zeiten ist es entscheidend, Brücken zwischen den Religionen zu bauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Der im Oktober 2023 von mir initiierte Wiener Religionsrat vereint anerkannte Religionsgemeinschaften unserer Stadt und fördert kontinuierlichen Austausch, gegenseitigen Respekt und Zusammenarbeit im interreligiösen Dialog. Er ist ein starkes Zeichen dafür, dass Vielfalt in Wien als Bereicherung gelebt wird."