Mächtige Koordinationsrolle
Kurz zieht als Klub-Chef die Fäden
Wien. Altgediente VP-Insider erinnern sich noch daran, wie Andreas Khol als Klubobmann mächtigster Mann und Dirigent der ersten schwarz-blauen Koalition unter Wolfgang Schüssel war – genau so dürfte Sebastian Kurz auch seine neue Rolle als Klubobmann und weiterhin Chef der Volkspartei anlegen.
Zentrale Rolle. Der Klubobmann ist der Tempomacher in jeder Regierungsfraktion – er sitzt am Ministerratstisch, er verwaltet die Klubkasse und hat damit Zugriff auf die größte Einzelkasse der ganzen ÖVP im Bund.
Kurz kann über seine Rolle als Klubobmann natürlich auch definieren, welche Gesetzesvorschläge der Regierung wann und wie im Nationalrat behandelt werden – und wie in den Ausschusssitzungen des Nationalrats die Gesetzesvorlagen aus dem Ministerrat „bearbeitet“ werden. Ohne den Sanktus und die aktive Mithilfe seines Klubchefs ist jeder Kanzler de facto aufgeschmissen.
Das weiß Kurz, das wissen alle Mitglieder der türkisen Familie – und vor allem weiß das Alexander Schallenberg ganz genau.
Der bisherige Klubobmann August Wöginger wird künftig Klubobmann-Stellvertreter und als solcher die „Klubgeschäfte führen“. Er soll sich ums Tagesgeschäft kümmern. Kurz wird hingegen die Rolle des Schattenkanzlers aus dem Parlament ausüben.