Lindner: Spenden-Skandal weitet sich aus

Auch Stiefsohn involviert?

Lindner: Spenden-Skandal weitet sich aus

Der erste Tag von Lindner im Parlament wurde von neuen Skandal-Vorwürfen überschattet.

Erfolgreiche berufliche Neustarts sehen anders aus. Genau an jenem Tag, an dem Monika Lindner ihre umstrittene Karriere als wilde Abgeordnete starten wollte, detonierte ein neuer Skandal in ihrer direkten Umgebung. Die Ex-ORF-Chefin verlor ihr Vorstandsmandat in der St. Anna Kinderkrebsforschung. Der Grund: Laut Falter legen interne Dokumente nahe, dass Lindner als langjähriges Vorstandsmitglied der St. Anna Kinderkrebsforschung ihren Lebensgefährten Günter Lebisch beziehungsweise dessen Werbeagentur ComCom mit lukrativen PR-Jobs versorgt und überteuerte Druckaufträge genehmigt haben soll.

Die Vorwürfe - auch gegen Stiefsohn
Demnach musste die St.-Anna-Kinderkrebsforschung etwa aufgrund Lindners Anordnung für den Druck von Spendenbriefen pro Jahr rund 60.000 Euro mehr zahlen, als notwendig gewesen wäre. Ihr Lebensgefährte soll auch interveniert haben, dass Lindners Stiefsohn, ein Kameramann, um 3.200 Euro für einen halben Drehtag krebskranke Kinder am Krankenbett für einen TV-Spot filmen darf.


„Die Vorwürfe werden zu prüfen sein“, fügte der ärztliche Direktor der St. Anna Kinderkrebsforschung, Wolfgang Holter hinzu.

Unauffällig
Dementsprechend versuchte Lindner im Parlament unterzutauchen: Vorbei an drängenden Journalisten schlängelte sich Monika Lindner durch die Menge, den Blick stur geradeaus gerichtet.

Sie verließ den Plenarsaal kein einziges Mal – und meldete sich auch nicht am Rednerpult zu Wort.

Pressekonferenz
Am Nachmittag brach sie schließlich ihr Schweigen und trat vor die Presse, die hinter ihrem Rücken wartete. „Ich bin sehr bestürzt über die ganze Geschichte.“

Lindner: "Bin bestürzt"

Es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben, rechtfertigt sich Monika Lindner.

„Ich bin tief ­betrübt und werde alles tun, um den Schaden abzuwenden.“ 30 Jahre lang habe ­Monika Lindner für die St. Anna Kinderkrebsforschung gearbeitet.
Sie wehrt sich gegen die Vorwürfe, dass sie ihrer Familie Aufträge zugeschanzt habe: „Ich bin sehr bestürzt über die ganze Geschichte. Ich habe mit den Finanzen in dem Verein überhaupt nichts zu tun gehabt. Von meiner Seite und allen, die mitgearbeitet haben, hat es keine Unregelmäßigkeiten gegeben.“

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