Fans haben diese Skandal-WM nicht verdient

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Fans haben diese Skandal-WM nicht verdient

Das sagt ÖSTERREICH – ein Kommentar von Chefredakteur Niki Fellner.

Sportlich ist die WM in Katar bisher mäßig spannend. Politisch ist sie hingegen so brisant wie noch nie. Es ist ein starkes Zeichen, das die deutsche Fußball-Mannschaft gestern mit ihrem Mund-zu-Foto gesetzt hat.

Dass Kapitän Manuel Neuer beim Match gegen Japan keine One-Love-Binde getragen hat, ist nicht den Spielern vorzuwerfen, sondern der FIFA. Fußballer sind keine Politiker.

Es ist ein Skandal, dass die FIFA vor den Katar-Scheichs einknickt und den Spielern verbietet, für Menschenrechte einzustehen. Und es ist ein Skandal, dass die FIFA den Fußball mit der WM-Vergabe überhaupt erst in so eine missliche Situation gebracht hat.

Aber: Die Fußballer dürfen jetzt nicht zum Spielball der Politik werden. Katar gehört politisch geächtet, gegen die Scheichs sollte es politische Sanktionen geben.

Trotzdem müssen wir aufpassen, dass wir Sport und Politik nicht vermischen. Millionen Fußball-Fans auf der ganzen Welt haben sich ein Jahr lang auf dieses Ereignis gefreut. Sie alle sollen erfahren, wie die Menschenrechte in Katar mit Füßen getreten werden. Es ist gut, wenn diese WM zu einem Image-Desaster für Katar wird – sie darf aber nicht den Fußball ruinieren. Das haben sich die Fans nicht verdient.