Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) konnte ihren Abgang im Jahr 2025 stärker reduzieren, als ursprünglich prognostiziert.
Statt minus 906 Mio. Euro, wie im Februar 2025 vorausgesagt (bzw. minus 454 Mio. Euro in der Februar-Prognose 2026), zeigt das Endergebnis jetzt nur noch ein Defizit von 156,3 Mio. Euro. Auch die Vorhersage für 2026 und 2027 hat sich dadurch verbessert. Obmann Peter McDonald sah im Gespräch mit der APA dennoch weiter höchsten Handlungsbedarf.
"2025 zeigt, dass unsere Maßnahmen zu wirken beginnen", sagte McDonald, der als Arbeitgebervertreter im aktuellen Halbjahr an der ÖGK-Spitze steht. Gelungen sei dies durch eine Kraftanstrengung der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung gemeinsam mit der Bundesregierung, bei der man erfolgreich eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten erreicht habe. Man habe die ÖGK damit ein Stück weit wieder auf Kurs gebracht - trotz eines Krisenjahres mit geringem Wirtschaftswachstum, stark steigenden Ausgaben durch den medizinischen Fortschritt und mehr Leistungen für die älter werdende Bevölkerung. Im Jahr 2024 hatte das Defizit 551,6 Mio. Euro betragen.
Die aktuelle Gebarungsprognose für die kommenden beiden Jahre sieht nun minus 217,8 Mio. Euro 2026 und minus 398,8 Mio. Euro 2027 vor (in der Februar-Prognose waren es noch -431 bzw. -687 Mio. Euro). Dennoch sah McDonald Anlass zu Warnungen: Der demografische Druck bleibe, dazu komme der Irankrieg, die Energiekrise, die hohe Arbeitslosigkeit und die Zurückhaltung beim Konsum. Es brauche weitere Anstrengungen, um auch in den nächsten Jahren den kommenden medizinischen Fortschritt zugänglich zu machen und die ÖGK leistungsfähig zu halten, etwa durch eine Vervielfachung der Primärversorgungszentren.
"Können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen"
Die gelungene Reduktion des Abgangs führt McDonald vor allem auf die 2025 gestartete Konsolidierung zurück, denn: "Wir können nicht mehr ausgeben, als wir einnehmen." Begonnen habe das im eigenen Bereich: Neben 300 gestrichenen Dienstposten und der gestarteten Reduktion der Verwaltungsflächen um zehn Prozent erinnerte er etwa an eine Gehaltserhöhung "merklich unter der Inflation" für die Kassenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. 98 Prozent der ÖGK-Ausgaben gingen aber in die mit den Vertragspartnern ausverhandelten Leistungen, und hier habe man etwa höhere Rabatte im Medikamentenbereich und maßvollere Abschlüsse mit den Ärztinnen und Ärzten erreicht.
Zusätzlich habe man darauf geachtet, nicht notwendige Leistungen zu reduzieren, betonte McDonald. Das betreffe Krankentransporte mit sozial gestaffelten Eigenbeiträgen, was zu fünf Prozent geringeren Frequenzen geführt habe. Auch die zu hohe Anzahl von Medikamentenverordnungen habe man mit den Ärzten besprochen. Genauer hinschauen will der Obmann auch bei der Häufigkeit von Arztbesuchen, wo Österreich mit 13 pro Versichertem und Jahr europaweiter Spitzenreiter sei. Letzteres sei Teil der Diskussion im Rahmen der Reformpartnerschaft gemeinsam mit Bund, Ländern und Gemeinden.