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Abrechnung

Ex-ORF-Chef Weißmann packt aus

In mehreren Gesprächen mit Verleger Christian W. Mucha bricht Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nun sein Schweigen. Er rechnet mit seiner Nachfolgerin ab, wirft Stiftungsratschef Lederer Interventionen vor und kündigt an, dass er gegen seine Kündigung rechtlich vorgehen wird. 

Ein Monat lang hat Ex-ORF-Chef Roland Weißmann zu den Belästigungs-Vorwürfen gegen ihn offiziell geschwiegen. Nur über seinen Anwalt gab er kurze Statements zu der Causa ab, die den ORF erschüttert hat. Nachdem der ORF Weißmann am Mittwoch entlassen hat – obwohl die Compliance-Untersuchung keine „sexuelle Belästigung“ sieht -, bricht der Ex-Generaldirektor aber jetzt erstmals sein Schweigen. Verleger Christian W. Mucha berichtet in seinem Newsletter über mehrere ausführliche Gespräche und WhatsApp-Nachrichten mit Weißmann, in denen dieser auspackt. Es handelt sich laut Mucha um kein autorisiertes Interview, sondern einen höchstpersönlichen Austausch. Daher werde Weißmann auch nicht direkt zitiert, so Mucha. 

Ex-ORF-Chef Weißmann packt aus
© oe24

oe24 hat die wichtigsten Passagen zusammengefasst:

… über die Vorwürfe: Weißmann betont, dass die fragliche Beziehung zu einer Mitarbeiterin in den Jahren 2020/21 stattfand. Zu dieser Zeit war er Geschäftsführer von ORF Online und nicht der Vorgesetzte der Frau. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung weist er vehement zurück. Er spricht von einem höchstpersönlichen Lebensbereich, der wechselseitig und einvernehmlich gewesen sei. Er habe keinen Dreck am Stecken. Und er bestreitet Gerüchte über Dutzende anzügliche Fotos, es habe sich nur um einzelne Nachrichten gehandelt.

… über die Kündigung: Weißmann habe aus dem Radio von seiner Kündigung erfahren und diese bis jetzt noch nicht schriftlich erhalten. Das sei die neue Transparenz der neuen ORF-Generaldirektorin. Die richte es übers Radio aus, dass er gekündigt werde. Im Ö1-Mittagsjournal.

… was er vom ORF fordert:
Es ginge Weißmann nur um eine finanzielle Lösung, die fair sei. Und die ihm zustünde. Und sonst um nichts. Ihm stünden drei Anwälte zur Seite. Oliver Scherbaum, sein allgemeiner Anwalt, der Strafrechtler Norbert Wess und ein Arbeitsrechtler, dessen Namen er nicht nennen wolle. Das koste ihn ein Vermögen.

… über Stiftungsratschef Heinz Lederer: Stiftungsrat-Vorsitzender Heinz Lederer solle versucht haben, zu intervenieren, dass gewisse Produktionsfirmen zum Zug kämen. Das habe Weißmann verhindert.
Lederer soll Weißmann gedroht haben, dann werde er eben künftig nicht mehr Generaldirektor sein. Was auch wichtig sein werde für das Verfahren. Ein Mitarbeiter von Weißmann habe das mitgehört. Dazu gäbe es eine Aktennotiz.

… über die neue ORF-Chefin Ingrid Thurnher: Die Rolle der Generaldirektorin sei ihr mehr als eine Nummer zu groß. Er habe Thurnher als Hörfunk-Direktorin vorgeschlagen. Und sie habe mit ihm seit seinem Rücktritt nie ein Wort geredet.

… was Weißmann jetzt macht: Er sei jetzt im 22. Bezirk in einem Boxclub, mache dort Sparring mit Kopfschutz. Zusätzlich gehe er jeden Tag laufen. Weißmann outet gegenüber Mucha auch, dass er eine neue Partnerin habe. Viele Menschen würden zu ihm stehen und ihn unterstützen.

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