Die ORF-Generaldirektorenwahl für die Funktionsperiode ab 2027 wird auf 11. Juni vorverlegt.
Der ORF-Stiftungsrat zieht die Neuwahl des nächsten ORF-Generaldirektors - oder eben der nächsten Generaldirektorin - um zwei Monate vor: Die eigentlich für August geplante Wahl soll jetzt schon am 11. Juni stattfinden.
Kritiker der Regierung sehen darin den Versuch, einen ihr genehmen Kandidaten rasch durchzuziehen und durch den Weißmann-Skandal quasi durchzutauchen. Zudem solle Ingrid Thurnher als reguläre nächste ORF-Chefin ausgebremst werden. Denn wenn sich die Ex-ZiB2-Moderatorin zur Kandidatur entscheidet, wäre es schwer zu argumentieren, warum sie den Job nicht bekommen soll.
Mit dem neuen Termin haben die Stiftungsräte lediglich 11 Tage Zeit, Bewerberinnen und Bewerber auszuwählen und das Hearing zu organisieren: Eine Blitzwahl.
Philipp König.
Doch wer kommt für den Job in Frage? Die ÖVP - sie stellt die größte Fraktion im Stiftungsrat - will einen "Kandidaten von außerhalb des ORF", wie Generalsekretär Nico Marchetti nicht müde wird, zu betonen. Am Küniglberg wird gemunkelt, dass damit Kronehit-Chef Philipp König gemeint ist. Doch das wäre politisch ein Hammer, denn König hat seinerzeit in der Kommunikation von Ex-Kanzler Sebastian Kurz mitgearbeitet, da hätte die ÖVP Erklärungsbedarf.
Clemens Pig.
Deswegen wird auch Clemens Pig gehandelt. Der APA-Chef gilt als bürgerlich, aber nicht unbedingt ÖVP-nahe.
Genannt wird aber auch Alexander Hofer, Landesdirektor des ORF-Niederösterreich, definitiv ein ÖVP-Mann.
Markus Breitenecker.
Außenseiter-Chancen werden dem geschassten ProSiebenSat.1-COO Markus Breitenecker nachgesagt. Breitenecker soll sich hinter den Kulissen vor allem selber stark ins Spiel bringen. Gegen ihn spricht, dass er Wunschkandidat der NEOS ist - und bei ÖVP und SPÖ kritisch gesehen wird. Außerdem könnte ihm die ORF-Belegschaft vorhalten, dass er jahrelang gegen den ORF geschossen habe.