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Auch Steuersenkung bringt Ampel vorerst keinen Umfrage-Schub

Im Gegenteil kann die FPÖ auch noch zulegen.

Es war der Polit-Aufreger des Jänner: Letzte Woche verkündete die Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel auf unter 10 %, betroffen sein sollen Brot, Milch, Käse sowie heimische Gemüsesorten wie Tomaten oder Paprika. Damit versuchte die Ampel aus ÖVP, SPÖ und NEOS einen Befreiungsschlag, um aus der negativen Spirale in den Umfragen herauszukommen.

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© oe24

Nun, eine Woche nach der Ankündigung, ist von einem Aufschwung noch nichts zu spüren. In der aktuellen Lazarsfeld-Umfrage für oe24 (2.000 Befragte vom 12. bis 20. 1. 2026, maximale Schwankung 2,6 %) verlieren die Ampelparteien sogar noch etwas.

Auch Steuersenkung bringt Ampel vorerst keinen Umfrage-Schub
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Die FPÖ bleibt unangefochten auf Platz 1 - nach einer kleinen Schwächephase legt die Partei von Herbert Kickl jetzt wieder auf 36 % zu. Allerdings ist derzeit keine Neuwahl in Sicht, auch wenn Kickl eine solche bei seiner Neujahrsrede in Klagenfurt beschwor.

Ampel verliert auch noch etwas

Die Ampel bleibt hingegen in der Defensive: Die ÖVP fällt nach einem kurzen Sprung auf 21 % jetzt wieder auf 20 % zurück - und ist damit 16 Prozentpunkte von Platz 1 entfernt. Nicht unbedingt ein Renommee für eine Partei, die mit Christian Stocker den Bundeskanzler stellt.

Detto die SPÖ: Andreas Babler war es gewesen, der die Senkung der Mehrwertsteuer als Bekämpfung der Teuerung vorangetrieben hatte. Genutzt hat es der SPÖ bisher wenig: Sie verharrt auf 18 % - was fast ein Negativrekord ist.

Auch die NEOS liegen nunmehr mit 8 % - leicht, aber doch - unter ihrem Wahlergebnis, ein Minus von einem Punkt zur Vorwoche.
Und den Grünen tut die Opposition ausgesprochen gut, die Partei hat sich mit der neuen Chefin Leonore Gewessler bei 11 % eingependelt. Könnte Gewessler das bei einer Wahl auf die Straße bringen, sie hätte fast 40 % an Stimmen im Vergleich zu 2024 zugelegt.

Ampel ohne Mehrheit

Wäre jetzt eine Nationalratswahl - die Ampel wäre immer noch ohne Mehrheit: Zu Dritt kommen ÖVP, SPÖ und NEOS derzeit bestenfalls auf 91 Mandate, das wäre eines zu wenig, um zu regieren.

Kickl führt auch bei Kanzlerfrage

Was die Zugkraft des Spitzenpersonals betrifft, führt ebenfalls die FPÖ haushoch: In der Kanzlerfrage kommt Herbert Kickl nunmehr auf 35 % (+1). Damit ist der FPÖ-Obmann stärker als alle anderen Parteiobleute zusammen. Den amtierenden Kanzler Christian Stocker würden nur 11 % (-2) direkt ins Kanzleramt wählen, dahinter folgen Babler (8 %), NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger sowie Gewessler mit jeweils 7 %.

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