Doskozil und das rot-blaue Lager der SP

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Doskozil und das rot-blaue Lager der SP

Welche Zerreißprobe der SPÖ jetzt wirklich drohen wird.

Ironie. Er sei von der „Gehässigkeit“ von Roten gegen sich überrascht, sagte Burgenlands SP-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als Reaktion auf das Umfrage-Gate. Hinter den Kulissen ätzen ziemlich viele Rote, dass „Doskozil zündelt, eine Umfrage in Auftrag gibt, um zu zeigen, dass er populärer sei als Pam (Rendi-Wagner) und dann beklagt er sich auch noch“.

Die jüngste Aktion der burgenländischen SPÖ dürfte ihn in der roten Welt tatsächlich eher noch mehr isoliert haben. Auch wenn er blendende Beziehungen zu Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern, mehreren seiner Ex-Mitarbeiter und zur SPÖ Salzburg pflegt.

Inhaltlich – und da haben die „Dosko“-Fans nicht ganz unrecht – hat er sich aber wieder einmal durchgesetzt. Immerhin hat auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ihre Rhetorik in Sachen Migrationspolitik massiv verschärft.

Die wirkliche Zerreißprobe steht der SPÖ freilich erst bevor und hängt mit ihrer ewigen Gretchenfrage zusammen: „Koalition mit der FPÖ ja oder nein“.

Rendi-Wagner schließt eine solche Koalitionsform ebenso aus wie Ex-SPÖ-Kanzler Franz Vranitzky. Aber: „Bei uns ist die Wut auf die ÖVP groß, wenn sich Rot-Grün-Neos nicht ausgeht, werden gar nicht so wenige in der Basis für Rot-Blau sein“, glaubt ein SP-Stratege. Und wer hatte noch nie Berührungsängste mit Blau? Erraten, Hans Peter Doskozil.