AW169m

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Neuen Heereshelikoptern fehlt (noch) die Fluglizenz

Die neuen AW169M-Helikopter sollen schon im kommenden Jahr starten - sie sind aber noch nicht lizenziert. 

Bis zu 350 Millionen Euro werden die 18 neuen Helikopter von Typ Leonardo AW169M kosten. Freilich: Zum Flug zugelassen sind sie noch nicht, wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in einer brandaktuellen Anfragebeantwortung an die Neos mitteilt. Der Grund: Während die italienische Militärversion Räder hat, werden an den österreichischen Helikoptern Kufen montiert. Zugelassen muss das von den italienischen Behörden werden. Tanner geht aber von einer pünktlichen Lizensierung aus: "Die Version AW169MA (A wie Austria) wird durch die italienische Militärluftfahrtbehörde einer Lizenzierung zugeführt. Diese Vorgehensweise wurde vertraglich vereinbart und bei Zuwiderhandeln mit einem Sanktionsmechanismus in Form von Pönalen versehen" schreibt die Ministerin an den Neos-Abgeordneten Douglas Hoyos.

Im Betrieb viel teurer als die Alouette

2.000 Euro pro Stunde. Die Flugstunde der AW169M kostet „rund 2.000 Euro“, bei viel leichteren Vorgänger Alouette III sind es nur 1.200 Euro. Warum nicht leichtere Helis angeschafft wurden? Tanner: „Das italienische Angebot umfasste als Einziges alle geforderten Leistungen."

Warum wurden so große Helis gekauft?

Tatsächlich kauft Tanner mit dem Leonardo - umgelegt auf Automarken - einen Bentley, während man mit de Alouette bisher mit einem Skoda unterwegs war. Der italienische Elfsitzer hat ein Abfluggewicht von 4,6 Tonnen , die Alouette 2,1 t  was im Gebirge, wo der Leonardo künftig ja ebenfalls eingesetzt werden soll, als Vorteil gilt.

Mit Leonardo vom Grat geweht?

Kein Wunder, dass man international schon spöttelt, wie der Militärluftfahrt-Journalist Georg Mader gegenüber POLITIK LIVE berichtete: "Als man bei Rettungsspezialisten Air Zermatt von den Plänen hörte, war man baff: ,Wollt ihr die Leute mit dem AW169 vom Grat wehen?', haben sie gesagt."

Pompeo warb für Bell...

In Zermatt fliegt man das US-Produkt von Bell, für das der seinerzeitige Außenminister Mike Pompeo kürzlich in Wien geworben hatte.

.. und Tanner wollte keinen Airbus

Doch hatte auch Airbus ein Modell  angeboten (Airbus H145m). Beide wären wohl billiger gewesen. Doch hatte man beim Heer im Hinterkopf, dass es nicht so bald eine so große Beschaffung geben wird. Und da im Jahr 2035 die ähnlich großen AB212 auslaufen, hat man zu einem ähnlichen Produkt gegriffen, eben zum Leonardo.