"Präsident ist man nicht nur nebenbei"

Doris Bures

"Präsident ist man nicht nur nebenbei"

Die Interims-Präsidentin über ihren neuen Job und das Verhältnis zu Norbert Hofer.

Erstmals in der Geschichte der 2. Republik gelobt eine Frau die Rekruten des Bundesheeres am Nationalfeiertag an. Und erstmals ist es kein gewähltes Staatsoberhaupt. Eine TV-Ansprache will Bures (SP) am 26. Oktober dennoch nicht halten.

Bures im Interview: "Ich wähle Van der Bellen"

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen als Ersatz-Präsidentin?

Doris Bures: Ich bin Nationalratspräsidentin, keine Ersatzpräsidentin. Gemeinsam mit meinen beiden Kollegen erfüllen wir die dringlich erforderlichen Aufgaben des Bundespräsidenten interimistisch. Österreich hat bald wieder einen Bundespräsidenten, und das ist gut so.

ÖSTERREICH: Wie viel Zeit nimmt das in Anspruch?

Bures: Es ist nichts, was man so nebenbei machen kann. Ich erledige diese Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen, eine Dauerlösung wäre das keinesfalls.

ÖSTERREICH: Da es gut läuft – brauchen wir überhaupt den Bundespräsidenten?

Bures: Es ist gut, dass die politische Macht im Land auf drei Säulen ruht: Parlament, Regierung und Bundespräsident. Damit sorgt die Verfassung für Stabilität auch in schwierigen Zeiten.

ÖSTERREICH: Wie klappt die Zusammenarbeit mit Hofer?

Bures: Die Arbeit mit den Präsidenten Kopf und Hofer im Kollegium funktioniert friktionsfrei und verantwortungsbewusst.

ÖSTERREICH: Hat Hofer als 
3.Nationalratspräsident Auslandsreisen gemacht?

Bures: Ich habe Medien entnommen, dass es einige Auslandsreisen gab. Sie wurden aber weder vom Parlament organisiert noch bezahlt.

ÖSTERREICH: Wen wählen Sie bei der Hofburg-Wahl?

Bures: Den gleichen Kandidaten wie bei der ersten Stichwahl: Van der Bellen.

ÖSTERREICH:
Warum halten Sie keine TV-Ansprache am Nationalfeiertag?

Bures: Aus Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten. Die Möglichkeit der direkten Ansprache sollte dem Staatsoberhaupt, dem einzig direkt vom Volk gewählten Repräsentanten unseres Landes, vorbehalten bleiben.

ÖSTERREICH:
Aber die Heeres-Rekruten geloben Sie an?

Bures: Ich bringe durch meine Anwesenheit meine Wertschätzung für die Soldaten und ihre Leistungen für unser Land zum Ausdruck.

Interview: G. Schröder



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