Prammers Bekenntnis: "Ja, ich habe Krebs"

Wien

Prammers Bekenntnis: "Ja, ich habe Krebs"

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hat ihre Erkrankung öffentlich gemacht.

Es ist ein berührender Moment, Barbara Prammer spricht mit brüchiger Stimme, ist sichtlich bewegt: „Ja, ich habe Krebs.“

Die Nationalratspräsidentin, zweit­­höchste Würdenträgerin der Republik, ist am Dienstag, Punkt 11 Uhr, ins Parlament zurückgekehrt – mit dem schockierenden Bekenntnis und der überraschenden Versicherung: „Ich steige wieder in die Tagespolitik ein und ich werde auch die Sondersitzung am Mittwoch leiten.“

Es war am 13. September – also vor knapp zwei Wochen –, als bekannt wurde, dass die SPÖ-Politikerin schwer erkrankt ist. Die Diagnose sei ein Schock gewesen, bekennt Prammer jetzt. Ihr Outing habe auch politische Gründe: Es sei ein Zeichen gegen die Stigmatisierung von Krebs-Patienten. Welche Krebsart sie genau habe, will Prammer übrigens nicht sagen: Dies sei Teil ­ihrer Privatsphäre.

Prammer hatte bereits die erste Chemotherapie
Der Auftritt der Präsidentin, der ungefähr eine halbe Stunde dauert, wird begleitet von ihrem Arzt, dem Wiener Krebsspezialisten Christoph Zielinski. Und der stellt unmissverständlich fest: „Die Präsidentin kann ihren Aufgaben uneingeschränkt nachgehen.“

Prammer bestätigt das, habe sie doch die erste Therapie bereits am Montag gehabt – und diese sehr gut vertragen. Deshalb will sie auch nicht aufgeben, verspricht sie. Sie werde nach der Wahl, wenn die SPÖ wieder Platz 1 erreiche, wieder für den Posten der Präsidentin kandidieren. Dazu habe sie auch den vollen Rückhalt von SPÖ-Chef Werner Faymann.

NR-Präsidentin über ihre Krankheit:
"Diagnose war natürlich ein Schock für mich"

Prammer über die Diagnose: „Ja ich habe Krebs. Diese Diagnose ist für jeden in dieser Situation ein schwerer Schock – und das war es natürlich auch für mich.“
Warum sie ihre Krankheit outet: „Ich will ein Zeichen setzen – und zwar ein Zeichen gegen die Stigmatisierung dieser Krankheit. Wir werden am 1. Oktober auch wieder das Pink Ribbon (Zeichen gegen Brustkrebs, Anm.) vor dem Parlament aufhängen.“
Prammer über ihre berufliche Zukunft: „Ich werde kämpfen. Und ich nehme meine Arbeit jetzt wieder in vollem Umfang auf. Die Sondersitzung am Mittwoch werde ich leiten, in den Wahlkampf der oö. SPÖ aber nicht mehr eingreifen.“
Will sie nach der Wahl Präsidentin bleiben? „Ich strebe eine neuerliche Kandidatur nach der Wahl an. Kanzler Werner Faymann hat sich voll hinter mich als NR-Präsidentin gestellt.“
Dank an den 2. Präsidenten Fritz Neugebauer (ÖVP): „Ich danke meinem Stellvertreter Fritz Neugebauer – er hat mich nicht nur vertreten, sondern ist mir in dieser Situation sehr freundschaftlich zur Seite gestanden.“

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