So tickt der neue ÖVP-Chef

Michael Spindelegger

So tickt der neue ÖVP-Chef

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In den Meinungsumfragen ist Michael Spindelegger bereits seit längerem beliebtester VP-Minister. In der breiteren Öffentlichkeit gilt der Außenminister und ÖAAB-Chef, der nun zum schwarzen Obmann und Vizekanzler aufgestiegen ist, dennoch als „graue Maus“ . Und doch hat sich Spindelegger gestern im ÖVP-Bundesparteivorstand, der ihn einstimmig zum neuen Chef nominierte, „weitreichende Kompetenzen“ geben lassen. Er will in der ÖVP – in Partei und Regierungsmannschaft – kaum einen Stein auf dem anderen lassen.

Wer ist dieser stets freundlich lächelnde Schwarze also wirklich?
Der 51-jährige aus Niederösterreich ist ein stiller, aber ehrgeiziger Netzwerker. Einer, der – ganz wie sein rotes Pendant Werner Faymann – freundlich im Ton, aber umso härter in der Sache sein kann. Das hat er bei niemanden geringeren als Mister „Stahlhelm“ persönlich, Ex-VP-Verteidigungsminister Robert Lichal gelernt. Der Jurist und Reserveoffizier Spindelegger arbeitete 1987 im Kabinett Lichals. Allerdings fiel er bereits damals Beobachtern durch eine liberale Ader auf. Spindelegger, heute mit einer Vorarlbergerin verheiratet, träumte einst Archäologe zu werden. Die Politik ließ ihn aber nicht mehr aus den Fängen: Von 1993 bis 2008 saß er als VP-Mandatar im EU-Parlament. Immerhin war bereits sein Vater Erich ÖAAB-Mann und schwarzer Mandatar.

Schnell träumt der wortgewandte und zurückhaltende VP-Mann von höheren Weihen. Aber Spindelegger – und das wird er nun auch der ÖVP programmatisch zeigen wollen – hat auch eine andere Seite. Er ist ein moderner Mann. Als seine Frau Margit Anfang der 2000er Jahre Kabinettschefin des Präsidenten des Europäischen Rechnungshofes in Luxenburg wird, kümmert er sich verstärkt um die beiden Söhne – heute acht und elf Jahre alt. Daher meint er es mit einer Bildungsreform und vor allem Ganztagesbetreuung auch weit ernster als so mancher Parteifreund.

Lächelnd Faymann die Zähne stärker zeigen
Spindelegger stieg 2008 – als Ursula Plassnik als Außenministerin zurücktrat – zum Minister auf. Insider bemerkten rasch, dass er höhere Weihen anstrebte. Mit SPÖ-Kanzler Werner Faymann verstand er sich bislang prächtig. Künftig wird er ihm aber, freundlich lächelnd, verstärkt die Zähne zeigen...

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Autor: Isabelle Daniel
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