Schrumpft sich die FPÖ zu einer Kleinpartei?

Strache-Krimi & Intrigen:

Schrumpft sich die FPÖ zu einer Kleinpartei?

Ein Absturz auf nur noch 14 %, beinahe jeden Tag ein weiteres Beispiel der Selbstzerstörung: Die FPÖ trudelt im Kamikaze-Modus. Jetzt warnen Politikexperten vor einem noch weiteren Absturz.

Mit fassungslosen Staunen verfolgt die noch immer beachtliche Anhängerschaft der FPÖ, was sich aktuell in dieser Partei abspielt: Teile vertraulicher Strafakten werden an die Öffentlichkeit gespielt, um einen Comeback-Versuch des früheren Ex-FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache ganz sicher zu torpedieren. Der wiederum spart nicht an Kritik am "Anbiederungs-Kurs" von Norbert Hofer an die ÖVP - und seine nicht immer ganz ernstzunehmenden Facebook-Einträgen polieren das Image des rechten Lagers auch nicht wirklich auf.

Blauer Bruderkrieg

In diesem blauen Bruderkrieg werden dann noch Detektiv-Fotos Medien zugeschickt, ebenfalls aus einem vertraulichen Akt der Justiz. Sie sollen offenbar Straches Image noch weiter beschädigen, ihn als Menschen darstellen, der sich verfolgt fühlt und seinen eigenen Parteifreunden misstraut (also jenen, die ihn zuvor zur Ibiza-Reise ermuntert haben, diesen folgenschweren Ausflug auch organisiert und dabei noch besonders imageschädlich gestikuliert haben). Auch dazu fragt Strache im Telefonat mit ÖSTERREICH: "Und was kommt jetzt noch? Was wird noch konstruiert, wenn mir jetzt schon vorgeworfen wird, dass Freunde von mir wissen wollten, wer diese miese Video-Falle in Ibiza organisiert hat?"

In der Schlammschlacht Blau gegen Ex-Blau werden sich kaum Sieger finden, meint auch ÖSTERREICH-Politikexpertin Isabelle Daniel: "Wenn das so weitergeht, kann die FPÖ natürlich auf zehn Prozent sinken. Dieser Bruderkrieg zeigt eben sehr viel vom Sittenbild in dieser Partei." Die Wähler könnten jetzt sehr bald die Nase voll vom gegenseitigen Anpatzen, vom Auftauchen immer neuer Skandale in der FPÖ haben.

Dass die FPÖ ist im Selbstzerstörungsmodus läuft, könnte langjährige Stammwähler endgültig verschrecken. Dazu sagte oe24.TV-Chefredakteur Richard Schmitt auf oe24.TV: "Für eine Partei, die sonst immer Treue und Ehre so betont, ist dieses Verhalten ja ziemlich rufschädigend. Die FPÖ wird mit diesen Kamikaze-Aktionen weiter Sympathisanten vertreiben." Aber noch sei nicht alles verloren: Mit der Angelobung einer türkis-grünen Bundesregierung werde die jetzige Oppositionspartei wieder in den Angriffsmodus finden.

Wenig Trost für die Chefs der "FPÖ alt": Die SPÖ kann die Krise der Freiheitlichen derzeit absolut nicht für sich nutzen - es fehlt jedes Angebot der Parteichefin an die vielen frustrierten FPÖ-Wähler.



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