1.000 Fälle mehr nach Herbst-Ferien

Schul-Cluster: Jetzt drohen Verschärfungen

© OE24

Nach den Ferien könnten den Schulen jetzt neue Corona-Maßnahmen drohen.
OE24 auf Google bevorzugen

Österreich. Am vergangenen Mittwoch ging es für Österreichs Schüler zurück in die Klassen. Die erste Testrunde nach den Ferien fiel dabei schockierend aus: Das Bildungsministerium vermeldete rund 2.300 Schüler, die mittels PCR-Tests positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Wien vermeldet die meisten Fälle (707), im Burgenland gab es hingegen nur 47.

Herbstferien. Die Fallzahlen sind im Vergleich zur Woche vor den Ferien explodiert: Damals waren es knapp 1.000 Fälle weniger – bei dreimaligem Testen. Der Grund dafür sollen die Herbstferien sein: Beim Urlaub mit den Eltern, zuhause oder bei der Halloween-Feier wurde gerne auch einmal auf den Corona-Test vergessen.

Im ÖSTERREICH-Interview beklagt Bildungsminister Heinz Faßmann diese Situation.

Donnerstag D-Day für neue Schul-Risikostufe

Verschärfungen. Das dürfte nun für weitere Verschärfungen in den Schulen sorgen: Derzeit befindet man sich in Stufe 2 von drei Risikostufen. Das wird von der Corona-Kommission jeden Donnerstag nach Inzidenzen und belegten Intensivbetten entschieden. Nachdem die Inzidenzen schon längst explodiert sind, dürften auch einige Bundesländer 20 % der Intensivbetten mit Covid-Patienten überschreiten. Dann droht die letzte Risikostufe: mit strengerer Maskenpflicht und keinem Unterricht mit externen Personen. Ob das aber reichen wird, bleibt fraglich.#

Der Bildungsminister über Schul-Lage:

Faßmann: "Anstieg gab es in den Herbst-Ferien"

ÖSTERREICH: Österreichweit explodieren die Fallzahlen, auch in den Schulen – ist es nicht Zeit für neue Schul-Verschärfungen?

Heinz Faßmann: Den Anstieg gab es nicht in den Schulen, sondern in den Herbstferien zuhause oder im Urlaub. Die Schulen mit ihrem Testsystem waren abermals diejenigen, die nach den Ferien die positiven Fälle gefunden haben – weil es sonst niemand getan hat. Don’t shoot the messenger! Ent- und Verschärfungen beschließt jede Woche die Corona-Kommission. Derzeit sind sie noch auf Stufe 2 eingestuft.

ÖSTERREICH: Werden Sie auch über Ihre Risikostufen hinaus verschärfen?

Faßmann: Unser Stufenplan ist gut durchdacht und beruht auf Erfahrungen des Vorjahres. In der letzten Stufe tragen die Oberstufenschüler Maske im Unterricht, externe Personen dürfen nicht mehr an die Schulen, Schulveranstaltungen finden nicht mehr statt. Weitere Maßnahmen darüber hinaus sind nicht Teil meiner Planung.

ÖSTERREICH: Schließen Sie ein erneutes Distance Learning, zum Beispiel für Oberstufen, bei weiterem Anstieg der Zahlen aus?

Faßmann: Schickt man die Schüler ins Distance Learning, dann fällt das einzige systematische PCR-Testsystem des Landes weg. Und warum sollen Schüler solidarisch sein mit den Ungeimpften und die Last des Distance Learnings auf sich nehmen? Eigentlich sollte es umgekehrt sein. Kinder und Jugendliche zeigen mit ihrer beständigen Bereitschaft zu testen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Die Elterngeneration startet mit 3G am Arbeitsplatz erst jetzt. Bei ihnen ist die Verantwortung für die ­aktuelle Situation einzufordern, sicher nicht bei den Kindern.

ÖSTERREICH: Wann müsste man die epidemiologische Reißleine ziehen und die Schulen wieder schließen?

Faßmann: Dieses Szenario ist nicht mehr Teil meiner Überlegungen. Das letzte Jahr hat zu viel an Kollateralschäden bei den Kindern und Jugendlichen mit sich gebracht. Niemand kann wollen, dass sich das wiederholt.

ÖSTERREICH: Die Impfquote der Jugendlichen ist noch immer niedrig – braucht es da noch mehr Angebote vor Ort an den Schulen?

Faßmann: Für die Impfangebote sind die Gesundheitsbehörden zuständig. Es gibt eine Reihe von Impfbussen, Impfzentren, Pop-up-Standorten uns so weiter im nahen Umkreis von Schulen. Wir müssen aufklären und mit Fake News aufräumen. Die Impfung ist eine freie Entscheidung. Es soll sich aber niemand aufgrund von Impfmythen nicht impfen lassen. Deshalb bieten wir die Webinare „Breaking the Wave“ an, wo Experten über die Impfung aufklären.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden