Schulden-Report

So pleite sind die Österreicher

Sorge bereitet den Experten, dass immer mehr Mittelschicht-Haushalte um Hilfe ansuchen.

Wien. Es sind vor allem Menschen, die auch ohne Teuerungswelle mit wenig auskommen mussten: Alleinerziehende, Mindestpensionisten, aber auch Arbeitslose. Fast 30 %der Menschen, die 2021 eine Schuldenberatung in Anspruch nahmen, lebten von weniger als 1.000 Euro im Monat. Zum Vergleich: Die Armutsgefährdungsschwelle lag im Einpersonenhaushalt laut Statistik Austria bei 1.371 Euro. Insgesamt suchten 53.000 Österreicher im Vorjahr eine Schuldenberatungsstelle auf. Im Schnitt häuften sich bei ihnen Schulden von rund 58.000 Euro an. 7.200 Personen schlitterten sogar in den Privatkonkurs.

Neue Bevölkerungsteile kämpfen mit Schulden

Teuerung. Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) und der Geschäftsführer der staatlich anerkannten ASB Schuldnerberatungen GmbH, Clemens Mitterlehner, präsentierten diese Zahlen gestern im Schuldenreport für 2021.

Mittelschicht. Bei einem Rundruf in den ASB-Schuldenberatungsstellen der Bundesländer erfuhr ÖS-TERREICH zudem, dass heuer immer mehr Mittelschicht-Haushalte zu Kunden der Schuldenberater werden. Sie sind statistisch noch nicht erfasst. Es sei aber alarmierend, weil diese Gruppe bisher nicht als gefährdet galt. "Hält die Teuerung an, geraten auch weitere Bevölkerungsteile in finanzielle Nöte", sagt Mitterlehner zu ÖSTERREICH.

Gründe. Am häufigsten wird von den Betroffenen Arbeitslosigkeit (32,6 %) als Grund für eine Überschuldung genannt. Eine mangelhafte Budgetplanung nannten 21,9 %und eine gescheiterte Selbstständigkeit 16,8 %als Hauptursache (siehe unten).

Gründe Schulden
© tzö
Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten