Sozialwirtschaft-Demonstrationen

Mehr Geld, weniger Arbeit ab 2022

Sozialwirtschaft: Unerwartete Einigung während der Corona-Krise

125.000 Mitarbeiter im Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich im privaten Bereich können aufatmen: Lohnplus von 2,7 Prozent für 2020 und eine Arbeitszeitverkürzung ab 2022.

Verhandler der Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben sich mitten in der Coronavirus-Krise  bei der Kollektivvertragsverhandlung für die Sozialwirtschaft geeinigt. Als Ergebnis wurde ein 3-Jahres-Abschluss erzielt. 125.000 Beschäftigte im privaten Pflege-, Gesundheits- und Sozialbereich erhalten heuer 2,7 Prozent mehr Lohn. Ab 2022 kommt eine Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden.

„Gefahrenzulage“: 500 Euro Corona-Prämie

Es sei ein Abschluss „mit Verantwortung für die besondere Situation“ erzielt worden, sagte Eva Scherz, Verhandlerin für die Gewerkschaft GPA-djp. Die Gewerkschafterin betont, dass der Abschluss auf drei Jahre ohne die aktuelle Krise nicht so schnell erfolgt wäre. Arbeitnehmer mit Kundenkontakt erhalten eine einmalige Prämie in der Höhe von 500 Euro.

Die Pandemie habe einen „enormen Einfluss auf die Branche“, so Scherz. Einerseits seien die Beschäftigten im Arbeitsalltag besonders gefordert, andererseits sei die wirtschaftliche Unsicherheit groß. „Viele brauchen endlich ihre Gehaltserhöhung“, so die Verhandlerin.

2022 kommt die 37-Stunden-Woche

Für 2020 gibt es rückwirkend ab 1. Februar eine Gehaltserhöhung von 2,7 Prozent und ab 1. Jänner 2021 eine Gehaltserhöhung in der Höhe der Inflationsrate plus 0,6 Prozentpunkte. Am 1. Jänner 2022 wird die generelle 37-Stunden-Woche eingeführt. Derzeit gilt in der Branche die 38-Stunden-Woche, aber viele Beschäftigte arbeiten jedoch Teilzeit.

Breite Zustimmung

Der Präsident der Volkshilfe Österreich Ewald Sacher betont, „dass sich das Ringen um eine faire Entlohnung, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine Arbeitszeitverkürzung gelohnt hat“. Aber auch Erich Fenninger, Vorsitzender der Sozialwirtschaft Österreich, schlägt in dieselbe Kerbe: „Ich freue mich, dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine Einigung erzielt werden konnte, und bedanke mich bei den Verhandlungsteams beider Seiten."



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