Strache

Politik

Strache allein im Kanzleramt

Bis der Kanzler am Mittwoch wieder da ist, amtiert HC ­Strache als Regierungschef.

Fünf Tage war er schon während Sebastian Kurz’ Chinareise Bundeskanzler – jetzt muss Heinz-Christian Strache bis zum Mittwoch den Regierungschef vertreten und wichtige Akten unterzeichnen.

Tatsächlich weilt Kurz noch bis Mittwoch beim Google-Retreat in Montana (s. u.), Bundespräsident Alexander Van der Bellen wandert im heimatlichen Kaunertal – und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka – nominell 2. Mann im Staat – campt in Frankreich.

Terminplan hinkte nach

Noch am Freitag ließ Straches Sprecher wissen, der ­Vizekanzler sei schon ab Montag im Urlaub – und damit mit der Patchworkfamilie auf einer Finca im sonnigen Süden Ibizas. Doch nachdem ÖSTERREICH von einem zweitägigen Vakuum an der Regierungsspitze berichtet hatte, stellte der FPÖ-Chef per SMS klar: Er sei da. „Ich arbeite Termine und meinen Schreibtisch ab.“ Die erste Info wurde mit einem nicht synchronisierten PC-Terminplan begründet.

Tatsächlich wäre eine Absenz der „großen drei“ – also von Kurz, Strache und VdB – keine Katastrophe gewesen, Als ältestes Regierungsmitglied wäre Bildungsministern Heinz Faßmann (ÖVP) parat gestanden. Auch er darf dann für den Kanzler Akten unterschreiben …

 

Kurz bei Google: Kein Geheim-Treffen der Tech-Milliardäre

ÖSTERREICH-Herausgeber Wolfgang Fellner war – gemeinsam mit mehreren europäischen Chefredakteuren – bereits vor fünf Jahren Gast auf dem angeblich so geheimnisvollen „Google-Retreat“. Sein Resümee: keine Rede von Geheimtreffen, keine Milliardäre weit und breit – aber viele Informationen über die Zukunft des Internets:

„Ich durfte das Google-Retreat, das abwechselnd in Montana und Arizona stattfindet, gemeinsam mit europäischen Herausgebern vor gut fünf Jahren besuchen. Vorweg: Die erhofften Silicon-Valley-Stars – Page, Brin, Zuckerberg – kamen nicht. Auch Milliardäre gab es weit und breit keine. Dafür jede Menge Wissenschafter, Politiker, Silicon-Valley-Manager der zweiten Ebene.

Google nennt das Ganze eine „Anti-Konferenz“, lädt bewusst Kritiker, Uni-Professoren, Studenten zum Feedback ein – aber auch sehr viele Start-up-Unternehmer, die dort ihre neuen Ideen präsentieren. Ich traf dort Eric Schmidt, den genialen früheren Google-CEO, die Chefs von Youtube, Insta­gram, vor allem aber die Gründer der Online-Start-ups mit teils spannenden Ideen.

Eines ist dieses „Retreat“ ganz sicher nicht – ein „geheimes“ Treffen der „Milliardäre“. Es ist ein typisch amerikanischer Gedankenaustausch – die Silicon-Valley-Manager hinterfragen ihre Arbeit in sehr kritischen Diskussionen mit Wissenschaftern, Studenten, Politikern, Kritikern.

Dass unser Kanzler daran teilnimmt, kann Österreich nur guttun. Kurz wird dort in drei Tagen immens viel über die Zukunft des Internets erfahren – samt kritischer Diskussion.“