Straches Abrechnung in Russen-TV: FPÖ nicht erfreut

"Das war nicht abgesprochen"

Straches Abrechnung in Russen-TV: FPÖ nicht erfreut

Ex-Vizekanzler Strache erzählte seine Version der Ibiza-Affäre. Seine Partei, der FPÖ, gefiel dies aber nicht.

Ausgerechnet den russischen Propaganda-Sender RT wählte Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache für seinen ersten TV-Auftritt. Zur Erinnerung: Im Ibiza-Video wurde festgehalten, wie Strache einer „russischen Oligarchen-Nichte“ Staatsaufträge in Aussicht stellte. Strache konnte denn auch seine Sicht der Dinge darstellen: Er wirft Kurz Wortbruch vor, hält das Video für „illegal“ und ein „politisches Attentat“ und stellt sein Comeback in Aussicht. Die FPÖ ist wenig erfreut über den skurrilen Strache-Auftritt. „Das war nicht abgesprochen“, heißt es zu ÖSTERREICH.

Im zweiten Interview der Woche beschreibt Philippa Strache in ÖSTERREICH, wie sie ihren eigenen Wahlkampf anlegen möchte. Sie kandidiert auf der Wiener FPÖ-Liste für die Nationalratswahl.

Erster Ibiza-Prozess: 
Detektiv H. gewinnt

Das Ibiza-Video sorgte diese Woche für neuerliche Aufregung: Detektiv H., der in dem Video zu sehen ist, gelang es über seinen Berliner Anwalt Johannes Eisenberg im ersten Ibiza-Prozess in Berlin, die deutsche Zeit mundtot zu machen. Per Gerichtsbeschluss ist es Medien wie der Zeit künftig untersagt, detaillierte Angaben über das Vorleben von H. oder seinen Leumund zu machen. Im Fall der Zuwiderhandlung droht das Gericht mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro.

Erlaubt ist lediglich, dar­über zu berichten, dass der Detektiv als Begleiter der vermeintlichen russischen Oligarchin in Ibiza war, als Strache und Gudenus in der Finca waren, und im Verdacht steht, sich bei der Herstellung des Videos strafbar gemacht und die Abhör- und Videogeräte missbraucht zu haben.

Der Anwalt der Zeit sagt: „Das ist eine unzumutbare Einschränkung der Pressefreiheit.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Strache wirft Kurz Wortbruch vor

Strache über das Ibiza-Video, das Ende der Koalition und sein mögliches Comeback.

STRACHE ÜBER das IBIZA-VIDEO. „Mir ist das peinlich. Dieses Gefühl würde jeder verspüren, der heimlich und illegal in einer vermeintlich privaten Atmosphäre gefilmt wird und dann bewusst aus dem Konnex zusammen­geschnittene Punkte veröffentlicht werden.“

STRACHE ÜBER WEISSES PULVER AM TISCH. „Das ist gezielter Rufmord, das ist wirklich ungeheuerlich. Ich habe in meinem ganzen Leben nichts mit illegalen Drogen zu tun gehabt. Hätte ich gesehen, dass Drogen konsumiert werden, wäre ich aufgestanden und gegangen.“

STRACHE DAS ENDE DER TÜRKIS-BLAUEN KOALITION. „Nachdem ich Kanzler Sebastian Kurz über meinen Rücktritt informiert habe, hat er mir das Versprechen gegeben, die Koalition weiterzuführen. Das wollte er an diesem Samstag um 13 Uhr verkünden. Dann hieß es plötzlich, dass Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) zurücktreten muss. Das zeigt durchaus auch, dass hier eine Entwicklung stattgefunden hat, dass man den Eindruck hat, dass hier auch jemand versucht hat, strategisch Kapital aus dem Video zu schlagen. Kurz hat sich an sein Wort nicht gehalten.“

STRACHE ÜBER DIE SCHREDDER-AFFÄRE. „Die Vorgehensweise ist mehr als ungewöhnlich, noch dazu, wo wiederholt die Unwahrheit gesagt wurde. Ich glaube nicht, dass Sebastian Kurz nichts gewusst hat. Ich habe damals in Regierungsverantwortung erlebt: Kein Mitarbeiter hat irgendetwas getan, ohne dass Sebastian Kurz etwas davon gewusst hat.“

STRACHE ÜBER ANGEBOT EINES UNTERNEHMERS für das video. „Mir hat jemand vor Zeugen versichert, dass ein bekannter Unternehmer 2015 eine Million geboten hat für meinen politischen Kopf. Er hat gute Kontakte zu den Neos, zur ÖVP und er hat den Präsidenten zu Treffen mit iranischen Politikern begleitet. Das ist also ­jemand, der Einfluss hat.“

STRACHE ÜBER DEN GANZEN INHALT DES VIDEOS. „Ich frage mich, wieso mir die ganzen sieben Stunden dieses Videos nicht zur Verfügung gestellt werden. Das wird bis heute verweigert. Im Sinne der Aufklärung wäre das natürlich ein notwendiger und wichtiger Akt, dass gerade ich als Betroffener auch das Recht habe, diese sieben Stunden zu sehen.“

STRACHE ÜBER SEIN COMEBACK. „Meine politische Zielsetzung war immer Wien und Österreich. Die oberste Priorität ist jetzt die Aufklärung. Ein Comeback ist selbstverständlich möglich. Wenn ich mich wieder engagiere, dann in Österreich.“

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