Tausende Euro Steuergeld für Minister in Öl

Wien

Tausende Euro Steuergeld für Minister in Öl

Im Justizministerium werden frühere Minister teuer in Öl verewigt. Aus Steuergeld.

In die Kunstgeschichte werden sie allesamt nicht eingehen, teuer genug waren sie dennoch: Das Justizministerium gab in den vergangenen fünf Jahren 14.160,40 Euro für Porträts seiner Minister aus. Gemälde wohlgemerkt, keine Fotos wie in anderen Ministerien üblich. Das geht aus der Beantwortung einer Anfrage der FPÖ hervor:

■ Berger: Das Porträt für Ex-Justizministerin Maria Berger (SPÖ), derzeit Richterin am EuGH, kostete laut Ministerium 4.400 Euro.
■ Johannes Hahn, heute EU-Kommissar der ÖVP, war nur sieben Wochen Justizminister (2. 12. 2008 bis 15. 1. 2009). Er hielt die Stellung, während Claudia Bandion-Ortner als Richterin das Bawag-Urteil ausfertigte. Der Kurzzeit-Minister schöpfte allerdings aus dem Vollen. Er ließ sich um satte 6.120 Euro malen.
■ Bandion: Vergleichsweise günstig das Bild von Bandion-Ortner: Ihr Porträt kostete 3.640,40 Euro.

Bandions Ehemann malte für das Ministerium
Dafür ging das Geld in die Kasse der Familie Bandion. Denn der „Künstler“ war ihr Mann Andreas, im Brotberuf bei der Polizei.

Das Justizministerium verweist gegenüber ÖSTERREICH auf die „Tradition, ein Porträt aller Justizminister der 2. Republik nach deren Amtszeit anfertigen zu lassen“. In der Anfrage-Beantwortung heißt es, die Gemälde dienen „der historischen Dokumentation“. Budgetiert wurden die Gemälde optimistisch als „Anlagen im Bundesministerium“. Offenbar geht man dort davon aus, dass der Wert noch steigt.
Alle Gemälde hängen im Sitzungssaal des Justizministeriums. Die Art des Porträts sowie den Künstler kann sich der scheidende Minister aussuchen. Es gibt allerdings eine Kosten-Obergrenze. Diese konnte das Ministerium am gestrigen Karfreitag aber nicht benennen.

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