Thomas Neumann hat sich umfassend zu den neuen politischen Entwicklungen geäußert.
Assad ist gestürzt worden, Regime-Gegner aus den Gefängnissen befreit worden. Doch was passiert nun? Wird es Frieden geben oder könnte ein striktes Kalifat errichtet werden? Noch ist das nicht klar. Mehr als 5 Millionen Syrer sind geflüchtet, was passiert nun? Können Flüchtlinge wieder zurück nach Syrien? Bei Armin Wolf in der ZiB wird dieser Frage nachgespürt.
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Dazu im Studio zu Gast: Peter Neumann, Terrorismusforscher am Kings College in London. Seine Einschätzung ist es, dass bald viele Syrer zurück nach Hause zurückkehren. Das sollte freiwillig geschehen, nicht unter Zwang. „Abgeschoben werden, erst wenn Land stabil ist“, so der Professor. Die Fluchtwelle war für ihn eine Art Kettenreaktion.

Schwer zu sagen
Wolf will wissen, wie sich das Land entwickeln wird? Chaos oder islamistische Diktatur, oder stabile Regierungsform? Neumann: "Man kann es noch nicht sagen. Alle glücklich jetzt nach Sturz."
Laut ihm sei: "Syrien ist ein Land, das aus Jahren des Bürgerkriegs kommt, viele Rechnungen sind offen. Diese Dynamik zu verändern wird schwierig sein."
Freie Wahlen ist eine baldige Demokratie denkbar?Neumann: "Hoffe sehr, bin aber Berufspessimist – es bräuchte Versöhnung zwischen Leuten. Müsste man eine Art Machtteilung durchziehen."Neumann meint, Abu Mohammed al-Golani, der Assad stürzte sei vom Terroristen zum Technokraten geworden. In den letzten Jahren ist er viel moderater geworden. Was steckt dahinter? Er möchte keinen Weltkrieg, keine Anschläge. Trotzdem, für Frauen und Minderheiten könnte es unangenehm werden