Umfrage: Blaue Minister stürzen ab

Politik-Barometer

Umfrage: Blaue Minister stürzen ab

Als Partei hält sich die FPÖ respektabel – drei Schlüsselminister haben aber Probleme.

Sebastian Kurz bleibt der Superstar der heimischen Politik. Der Kanzler, der gerade auf Urlaub in den USA weilt, hat im ÖSTERREICH-Polit-Barometer (Research Affairs, 1.008 Online-Interviews, 5.–11. Juli 2018, max. Schwankungsbreite 3,2 %) mit Abstand die besten Werte – eine One-Man-Show. Konkret haben 62 % von Kurz einen „positiven Eindruck“, nur 23 % sehen ihn negativ – macht einen Saldo von 39 %.

Dann kommt einmal lange nichts – Platz 2 teilen sich die von der FPÖ nominierte, aber betont überparteilich auftretende Außenministerin Karin Kneissl sowie Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Doch die anderen FPÖ-Minister haben – mit Ausnahme von Verkehrsminister Norbert Hofer (mit einem Saldo von plus 5 %) – eher Probleme:

■ Heeresminister Mario Kunasek kommt nur auf einen Saldo von minus 1.

■ Sozialministerin Beate Har­tinger ist Opfer der Riesen-Reformen, die aus ihrem Hause kommen: Von der AUVA über die Mindestsicherung und natürlich muss sie auch den 12-Stunden-Tag verteidigen – macht einen Saldo von minus 14. Hartinger liegt jetzt auf Höhe – oder besser Tiefe – von Grünen-Chef Werner Kogler.

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Blaue Schlusslichter sind aber zwei Politiker, die seit jeher polarisieren:

■ Innenminister Herbert Kickl verliert im Vergleich zur Vorwoche 2 Prozentpunkte und kommt nur auf einen Saldo von minus 15. Aber: Die 27 % „positiver Eindruck“ (bei 42 % negativ) liegen in der Größenordnung der FPÖ. Zumindest die Blauen halten also weiter zu ihrem Innenminister.

■ Vizekanzler Heinz-Christian Strache fällt ebenfalls um 2 Prozentpunkte – und hat jetzt sogar nur einen Saldo von minus 19. Strache polarisiert noch stärker als Kickl: 33 % sehen ihn positiv, 52 % negativ. FPÖler halten zu Strache. Allerdings hinterlässt die 12-Stunden-Debatte jetzt ihre Spuren, auch beim FPÖ-Chef.

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ÖVP hält klar Platz 1 – FPÖ rutscht ab, SPÖ stagniert

Die ÖVP – so scheint’s – kann derzeit nichts erschüttern. Zumindest die ÖVP von Sebastian Kurz. Wäre heute, Sonntag, eine Nationalratswahl, die türkise Partei könnte ihren Triumph vom Oktober 2017 wiederholen, ja sogar übertreffen. Mit 33 % liegt die ÖVP klar auf Platz 1, die Herausforderer Christian Kern und seine SPÖ schaffen zwar mit 26 % Platz 2 – sieben Prozentpunkte Abstand sind aber enorm. Die SPÖ kann von den Sozialdebatten (12-Stunden-Tag, Sozialversicherung, Spitäler) weiter nicht profitieren.

Die Debatten schaden der FPÖ – aber nicht dramatisch. Einen Prozentpunkt verlieren die Blauen im Vergleich zu vor zwei Wochen, 24 % sind aber (noch) kein Absturz. FPÖ-Chef HC Strache verliert neben dem Minus im Polit-Barometer (siehe oben) auch bei der Kanzlerfrage und fällt unter die 20-%-Marke. Kurz führt hier klar mit 38 %.

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