Bei der Gemeinderatswahl in St. Pölten hat Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) am frühen Sonntagvormittag als erster Spitzenkandidat der bisher im Rathaus vertretenen Parteien die Stimme abgegeben.
Der Stadtchef kam um 9.00 Uhr ins Feuerwehrhaus im Stadtteil Ratzersdorf. Zum Ausgang der Wahl gab er sich "positiv", weil er ein "positiver Mensch" sei. Die Sozialdemokraten wollen einmal mehr die absolute Mehrheit verteidigen. Vor fünf Jahren erreichten sie 56,02 Prozent.
Stadler erschien mit dem mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen schwarzen Hut vor seinem Wahllokal. Ziel für den Abend sei, "dass möglichst viele (Prozente, Anm.) stehen". Auch bei seinem fünften Antritt als Spitzenkandidat sei "keine Routine" eingekehrt, er fühle sich weiterhin "fit und voller Tatendrang". Im Vergleich zu den Wahlkämpfen davor habe er in der Landeshauptstadt eine "Steigerung von 'Dirty Campaigning'" und "was Unwahrheiten betrifft" bemerkt.
KPÖ-Listenerster als "Early Bird"
Erster aller Spitzenkandidaten an der Wahlurne war Max Zirngast (KPÖ). Er war um 7.00 Uhr im Rathaus quasi der "Early Bird". Damit es "erledigt" sei und der weitere Tage vorbereitet werden könne, sagte er zur APA. Einmal mehr betonte Zirngast die Bedeutung einer starken sozialen Opposition im Rathaus. "Im Gemeinderat braucht es eine starke Stimme, die Druck macht für eine soziale Politik. Wir versprechen, dass wir das sein werden."
Die Wahllokale in der niederösterreichischen Landeshauptstadt schließen um 16.00 Uhr. Lediglich im Sprengel beim Seniorenwohnheim am Eisberg ist die Stimmabgabe nur bis 12.00 Uhr möglich. Das vorläufige Ergebnis soll gegen 19.00 Uhr vorliegen. Erstmals sind nur Personen mit Hauptwohnsitz in St. Pölten stimmberechtigt - 44.063 im Gegensatz zu 46.621 vor fünf Jahren. 6.540 Wahlkarten wurden ausgegeben, 2021 - noch in Zeiten der Corona-Pandemie - waren es 12.598. Trotz dieser Rekordzahl hatten nur 55,96 Prozent der Stimmberechtigten den Weg zu den Urnen gefunden. Das war ein Tiefstand für St. Pölten.
Im Rathaus der Landeshauptstadt kommen 42 Mandate zur Vergabe. Es bewerben sich Liste Bürgermeister Matthias Stadler - SPÖ (zuletzt 56,02 Prozent und 25 Sitze), Team Krumböck - Volkspartei & Unabhängige - ÖVP (22,74 Prozent, zehn), FPÖ (8,92 Prozent, drei), Grüne (8,01 Prozent, drei), NEOS (3,19 Prozent, ein Mandat) sowie KPÖ (1,11 Prozent) und die Liste Multikulturelle Gesellschaft - LMG.