"Wie ein Bürgerkrieg am Stephansplatz"

ÖSTERREICH vor Ort

"Wie ein Bürgerkrieg am Stephansplatz"

ÖSTERREICH-Reporter erlebte das Demo-Chaos. Sein Protokoll der Krawallnacht.

Um 18 Uhr fahre ich mit der U-Bahn nach Wien-Landstraße. Das ist laut Polizei der Treffpunkt des Demozugs mit den gewaltbereitesten Demons­tranten. Sieben Busse aus Deutschland mit Krawall-Touristen sollen angereist sein. Auf der Route bis zum Schwedenplatz kommt es schon zu ersten Pyro-Aktionen. Böller krachen, Rauchbomben werden gezündet.

Angriff.
Im Herzen der City, am Stephansplatz, lässt der „Schwarze Block“ dann zum ersten Mal die Muskeln spielen, bläst zur Attacke. Aus einer Seitengasse schießen Dutzende Vermummte Böller, Mülltonnen und Bänke auf die Polizei. Scheiben gehen zu Bruch – es ist wie im Bürgerkrieg.

Die Demo zieht in Richtung Tuchlauben weiter. Vor der Polizeistation wird ein Polizeiauto kurz und klein geschlagen. Sogar das Schaufenster der Nobelboutique Louis Vuitton wird zerstört. Wie auf Kommando löst sich der „Schwarze Block“ auf, jetzt sind nur noch Splittergruppen unterwegs.

Falle beim Burgtheater.
Dann tauchen die Chaoten plötzlich wieder auf, beim Burgtheater wird der „Schwarze Block“ eingekesselt.


Szenenwechsel: Am Heldenplatz ist die Stimmung fast geisterhaft. Jenseits des Burgtors kann man Polizeisirenen hören, Böller, Antifaschisten-Chöre hallen durch die Nacht. Ballgäste huschen über den Platz, wollen rasch zum Eingang. Bis weit nach Mitternacht wird in der Hofburg getanzt.

Währenddessen liefern sich „Schwarzer Block“ und Polizei ein Katz-und-Maus-Spiel in der Wiener City. Kurz vor 22 Uhr besetzen Demonstranten die Akademie der bildenden Künste. Die Polizei umzingelt das Gebäude, stürmt es eine Stunde später. Aber die Krawalle gehen die ganze Nacht weiter …

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