'Keine Waffen': Politstreit um Kinderfasching

FPÖ contra Rot-Grün

'Keine Waffen': Politstreit um Kinderfasching

In Wien tobt ein skurriler rot-blauer Streit um ein Kinder­faschingsfest im Rathaus.

Wien. „Ursprünglich haben wir an einen schlechten Scherz geglaubt, aber der Herr meint das offensichtlich wirklich ernst“, sagt Kinderfreunde-Chef Christian Oxonitsch zu ÖSTERREICH. Gemeint ist FPÖ-Nationalrat Volker Reifenberger, der sich am Wochenende über die Einladung der Kinderfreunde zur Familienparty im Rathaus empörte. Denn darin heißt es: „Bitte verkleiden!“ – aber auch: „Keine Spielzeugwaffen!“
 
Für den Blauen ein Ärgernis: „Was wäre ein Kinderfasching ohne Cowboy und Indianer, ohne Polizisten, Piraten, Ritter, Batman oder Jedi-Ritter?“ Diese beliebten Kostüme wären ohne Spielzeugwaffen „sinnbefreit und nicht vorstellbar“, befindet der FPÖ-Kultursprecher. Er sei gegen das „heuchlerische“ Verbot, Eltern sollten dies selbst entscheiden. Und: „Es sollen klassische männliche Rollenbilder ausgelöscht werden.“ Er sei schließlich auch mit Spielzeugwaffen aufgewachsen und der Meinung, dass ihm das nicht geschadet habe.
 
Keine Gewalt. Daran zweifelt wiederum der Wiener SP-Gemeinderat Oxonitsch und erklärt: „Dümmer wird’s nicht mehr.“ Waffen seien kein Spielzeug und hätten auch nichts mit männlichen Rollenbildern zu tun. „Wenn der FPÖ-Kultursprecher genau das Gegenteil behauptet, wird mir angst und bang“, so Oxonitsch. Und: „Kinder verstehen, dass sie keine Pistole brauchen, um Spaß zu haben. Sie haben da den Herren in der FPÖ offensichtlich einiges voraus.“

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