Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

ÖVP im PR-Desaster, SP im Glück

VP-Spindelegger bräuchte derzeit dringend einen PR-Berater. Das Krisen-Mana-gement der ÖVP nach den aufmüpfigen Wortmeldungen von Platter, Haslauer & Co. war PR-technisch eine Katastrophe.

Dramatischer sind ein paar Länder-Rülpser in einer Partei selten inszeniert worden. Ganz Österreich glaubt bereits an den Spindi-Rücktritt, sieht jetzt die ÖVP als zerstrittenen Haufen – und das vier Monate vor der EU-Wahl, wo die VP erstmals die reale Chance zur Nummer 1 hatte. Die ist jetzt weg.

Machttechnisch war die nächtliche Strafaktion gegen die „Wildwest“-Häuptlinge notwendig: Die ÖVP weiß jetzt, dass sie keine Obmann-Alternative zu „Spindi“ hat. Er hat die Rebellen rasiert, sitzt wieder fest im Sattel. Freilich: Der Image-Schaden ist enorm.

SP-Faymann dagegen dürfte derzeit eine Überdosis an PR-Beratung erhalten. Schon seine Ansage, in der Regierung künftig nicht mehr zu streiten, war taktisch exzellent.
Die Idee, Eugen Freund als Spitzenkandidat in die EU-Wahl zu schicken, ist der PR-Coup schlechthin.

Faymann ist damit die Gefahr, für eine SPÖ-Niederlage bei der EU-Wahl persönlich haftbar gemacht zu werden, los.

Sollte die SPÖ tatsächlich unter 20 % und hinter die FPÖ fallen, hat Eugen Freund als „Wahlkampf-Star“ versagt. Und wenn die SPÖ gewinnt, hat Faymann den richtigen Kandidaten ausgewählt.

Diese Website verwendet Cookies

Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer   Datenschutzerklärung .
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten